Millionenförderung für Forschungsprojekt zur Optimierung der robotischen Mikrochirurgie23. Februar 2022 Wollen die OP-Zukunft digitaler gestalten: Maximilian Kückelhaus (r.) und Tobias Hirsch, Lehrstuhlinhaber für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der WWU. Foto: E. Wibberg/ WWU Mehr als 1,1 Millionen Euro Förderung von der Europäischen Union erhält ein Projekt bei dem erstmals ein neuartiger und speziell für die Mikrochirurgie entwickelter Operationsroboter mit einem robotischen Mikroskop vernetzt werden soll. Autos, die von selbst fahren, Züge ohne Lokführer – also auch eine OP ohne Operateur? Nein: So soll die Zukunft nicht aussehen, aber auch in der Medizin geht es in Richtung Arbeitshilfen. OP-Roboter, die bei der Operation unterstützen und feinmotorischer sind als der Mensch, sind schon seit einigen Jahren im Einsatz, auch in der münsterschen Universitätsmedizin. Zwar wird der Operateur dabei nicht ersetzt, sein Können jedoch mit der künstlichen Intelligenz des Roboters ergänzt. Nun soll ein weiterer Schritt folgen: die Integration des robotischen Mikroskops. Ein Team um Privatdozent Dr. Maximilian Kückelhaus aus der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie vom Institut für Muskuloskelettale Medizin der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster erhält zur Digitalisierung der robotischen Mikrochirurgie eine Förderung der Europäischen Union in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro. Bei dem Projekt soll erstmals ein neuartiger und speziell für die Mikrochirurgie entwickelter Operationsroboter mit einem robotischen Mikroskop vernetzt werden.„Die Kombination zweier robotischer Systeme soll eine maximale Flexibilität für den Operateur ermöglichen“, sagt Maximilian Kückelhaus. Die Behandelnden müssten im Prinzip nicht einmal am OP-Tisch stehen. Der Vorteil: eine verbesserte Feinmotorik. „Der OP-Roboter kann kleinste Strukturen operieren. Durch eine Art Joystick, den der Operateur in der Hand hält, werden die Bewegungen des Operateurs mittels einer Software optimiert“, betont der Projektleiter. Kleinste Zitterbewegungen können so herausgerechnet und die Motorik präzisiert werden.In einem zweiten Schritt will das Team das robotische Mikroskop integrieren. Mehrere Kameras, die an einem Roboterarm angebracht sind, erzeugen ein dreidimensionales Bild vor den Augen des Operateurs. „So kann man alles sehen, was der Roboter sieht – und das ist deutlich mehr als das, was das menschliche Auge wahrzunehmen vermag – und gleichzeitig über die eigenen Kopfbewegungen den Roboter steuern“ erklärt Kückelhaus. Durch die EU-Förderung sollen sowohl OP-Roboter als auch Mikroskop in das digitale Krankenhausumfeld eingebaut werden. Die Kombi wird dann in präklinischen und klinischen Studien zur Operation mikroskopisch kleiner Strukturen zum Einsatz kommen.Doch nicht nur die verbesserte Motorik und Visualisierung sprechen für Digitalisierung und künstliche Intelligenz in der Chirurgie: „Eine stundenlanger mikrochirurgischer Eingriff am OP-Tisch ist nicht besonders ergonomisch. Der Chirurg wird müde, die Konzentration und Präzision können irgendwann nachlassen“. Auch hier schaffen Roboter Abhilfe. Ersetzt wird der Beruf des Chirurgen aber nicht – denn dieser bedient die Joysticks – auf sein Geschick und seine Erfahrung kommt es letztendlich weiterhin an.Die Fördermittel für die Anwendung der optimierten OP-Technik in Studien stammen aus der Initiative „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“, kurz REACT-EU. Mit ihr will der Staatenverbund die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie abfedern – so auch durch mehr Digitalisierung im Krankenhaus. Gemeinsam mit Prof. Tobias Hirsch, der die Sektion Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Münster und die Abteilung für Plastische-, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie der Fachklinik Hornheide leitet, setzt sich Kückelhaus in seinem EU-Projekt dafür ein, dass der digitale Fortschritt letztlich den Patienten zugutekommt.
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