DKK 2026 Millionenförderung für drei Forschungsprojekte zum Pankreaskarzinom18. Februar 2026 Symbolbild: © vladim_ka/stock.adobe.com Trotz intensiver Forschung ist das Pankreaskarzinom eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Zum Deutschen Krebskongress 2026 stellt die Deutsche Krebshilfe nun drei Projekte vor, die sie im Rahmen ihres Förderschwerpunkts „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ fördert. Mit der „Deutschen Allianz Pankreaskarzinom“ will die Deutsche Krebshilfe die renommiertesten Forscherinnen und Forscher auf dem Feld der Pankreaskarzinomforschung zusammenbringen. Die Allianz startet mit drei Forschungskonsortien, die an insgesamt 23 universitären und außeruniversitären Standorten in Deutschland sowie jeweils drei Universitäten der USA und der Niederlande angesiedelt sind. Gemeinsam arbeiten sie daran, das Pankreaskarzinom auf molekularer Ebene besser zu verstehen und daraus neue, personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln. Moderne Technologien wie künstliche Intelligenz sollen helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs klinisch besser zu charakterisieren. Damit sollen Therapien in Zukunft individueller werden und deutlich bessere Ergebnisse zeigen. Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit ist die konsequente Einbindung von Patientenvertretenden wie aus dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. (ADP) und dem BRCA-Netzwerk e.V. ein wichtiges Merkmal der Allianz. Fortschritte allen zugänglich machen „Die Deutsche Allianz Pankreaskarzinom haben wir auch in Andenken an unseren ehemaligen Präsidenten, Fritz Pleitgen, auf den Weg gebracht, der am 15. September 2022 im Alter von 84 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb“, so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. „Mit der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom schaffen wir das Fundament, um die Forschung zu dieser hochkomplexen Erkrankung strategisch, substanziell und nachhaltig voranzubringen. Über die Förderung der einzelnen Forschungsprojekte hinaus müssen wir aber auch vernetzende Strukturen schaffen. Nur so können wir den Herausforderungen, die diese Tumorerkrankung mit sich bringt, begegnen und die Heilungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten grundlegend verbessern. Wir stellen uns dafür eine übergeordnete Forschungs- und Koordinierungsplattform vor, in der wir alle Expertinnen und Experten in Deutschland, die sich in Klinik oder Forschung mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs befassen, zusammenbringen. Auch international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen in die Allianz eingebunden werden. Für diese Struktur, für die wir in Kürze eine separate Ausschreibung veröffentlichen, stellen wir weitere Fördergelder bereit.“Zur Bedeutung der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom spricht Prof. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm und Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe im Interview. Die drei von der Deutschen Krebshilfe geförderten Konsortien im Überblick 1. Die Forschenden des Konsortiums „Entschlüsselung und therapeutisches Targeting des PDAC-Ökosystems (DEFEAT-PDAC)“ wollen die größten Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten des Pankreaskarzinoms angehen: Die hohe molekulare Varianz zwischen verschiedenen Patienten und die sehr dichte Tumorumgebung, die verhindert, dass Wirkstoffe zum Tumor durchdringen können. Dafür möchten sie zunächst therapeutisch angreifbare Schwachstellen der Tumorzellen entschlüsseln und diese für das Immunsystem besser sichtbar machen. Ziel ist es, mit diesem Wissen hochwirksame Immuntherapien zu entwickeln, die sowohl auf Krebszellen als auch auf die Zellen der Tumorumgebung abzielen. Projektleitung: Prof. Dieter Saur (Translationale Tumorforschung (DKTK) an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, TUM Klinikum Rechts der Isar, München)in Kooperation mit Forschenden der Universitätskliniken Berlin, Bonn, Essen, Freiburg, Göttingen, Kiel, München (Ludwig-Maximilians-Universität), dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, dem Helmholtz Zentrum München, dem Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) Regensburg und den Universitäten Kiel, Tübingen, Würzburg, North Carolina (USA), Pennsylvania (USA) sowie der School of Medicine at Mount Sinai New York (USA) und dem BRCA-Netzwerk e.V.2. Im Zentrum des Konsortiums „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ steht die Entwicklung einer Wissen generierenden digitalen Versorgungsplattform. Auf dieser sollen Patientinnen und Patienten alle relevanten Informationen zu ihrem Wohlbefinden, und Behandelnde alle Informationen zu Tumoreigenschaften und einzelnen Therapiefortschritten zusammentragen. So wollen die Forschenden ermitteln, welche Betroffenen durch welche Behandlungsmaßnahmen profitieren. Dieser umfassende Datenpool soll als Grundlage dafür dienen, diese zukünftig maßgeschneidert auf ihre spezielle Tumorsituation zu versorgen. Die kontinuierliche Einbindung von Betroffenen und Patientenvertretern soll dabei sicherstellen, dass sich die im Projekt entwickelten Behandlungsmodelle stets an den Bedarfen der Patientinnen und Patienten orientieren. Projektleitung: Prof. Jens Siveke (Abteilung für Translationale Onkologie Solider Tumoren (DKTK) & Brückeninstitut für Experimentelle Tumortherapie, Universitätsklinikum Essen)in Kooperation mit Forschenden der Universitätskliniken Dresden, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel, Köln, München (Technische Universität), Tübingen, des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg, des Forschungszentrums Jülich sowie der Universitäten Bochum, Amsterdam (NL), Maastricht (NL) und Rotterdam (NL)3. Die Umgebung eines Tumors der Bauchspeicheldrüse – ein sehr kompaktes Bindegewebe mit geringer Durchblutung – verhindert häufig, dass Medikamente den Tumor erreichen können. Im Projekt „Präzise und gezielte Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs durch generatives, KI-basiertes Protein-Design (PrepAIred)“ entwickeln Forschende unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz kleine Proteine, die diese gewebespezifischen Barrieren besser überwinden können. Ziel ist es, neue Wirkstoffe herzustellen und so zielgerichtete Therapien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu ermöglichen. Projektleitung: PD Dr. Gregor Hagelüken (Institut für Strukturbiologie des Universitätsklinikums Bonn) in Kooperation mit Forschenden der Universität Bonn und der Universität North Carolina (USA)
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