Minimal-Change-Glomerulonephritis: Weniger schwerwiegende Nebenwirkungen durch neuartige Kombinationstherapie möglich1. April 2026 Foto: © sirichai-puangsuwan/stock.adobe.com Bei der Therapie der Minimal-Change-Glomerulonephritis kann die kombinierte Intervention von niedrig dosiertem Prednisolon und Alfacalcidol im Vergleich zur Standard-Prednisolon-Therapie schwerwiegende Nebenwirkungen reduzieren. Die Minimal-Change-Glomerulonephritis (engl.: Minimal Change Disease, MCD) ist eine vor allem bei Kleinkindern oft auftretende Form der Glomerulonephritis und eine häufige Ursache des nephrotischen Syndroms bei Erwachsenen. Die Standardtherapie besteht aus hochdosiertem Prednisolon (1 mg/kg/Tag), das bei über 80 Prozent der Patienten eine Remission bewirkt, jedoch mit einer erheblichen Glukokortikoidtoxizität einhergeht, erklären die Autoren. In dieser Nichtunterlegenheitsstudie untersuchten die Forscher um Erstautorin Tilde Kristensen, ob eine niedrigere Prednisolon-Dosis in Kombination mit aktiviertem Vitamin D (Alfacalcidol) hinsichtlich der Remissionserzielung der Standardtherapie mit hoher Dosis nicht unterlegen ist. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Kidney International“ veröffentlicht. Das Forscherteam aus Dänemark teilte in der randomisierten, offenen, multizentrischen Studie 67 Erwachsene mit MCD entweder einer niedriger dosierten Prednisolon-Therapie mit Alfacalcidol oder einer Standard-Hochdosis-Prednisolon-Therapie zu. Der primäre Endpunkt war die Remissionsrate. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Zeit bis zur Remission, die Rezidivrate, die Zeit bis zum Rezidiv, die Inzidenz schwerwiegender unerwünschter Ereignisse und die Glukokortikoid-bedingte Toxizität. Vergleichbare Remissionsraten beobachtet Obwohl die statistische Nichtunterlegenheit nicht nachgewiesen wurde, waren die Remissionsraten, die Zeit bis zur Remission und die Rezidivrate in beiden Gruppen vergleichbar. Eine Remission wurde bei 88 Prozent der Patienten in der Gruppe mit niedrigerer Prednisolon-/Alfacalcidol-Dosis und bei 91 Prozent der Patienten in der Gruppe mit hoher Prednisolon-Dosis erreicht. Die mediane Zeit bis zur Remission betrug 28 bzw. 23 Tage. Rezidive traten bei 35 bzw. 32 Prozent der Patienten auf, mit medianen Zeiten bis zum Rezidiv von 195 bzw. 179 Tagen. Die kumulativen Gesamtdosen von Prednisolon waren mit 3,7 g bzw. 8,0 g signifikant geringer. Die Anzahl schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war geringer und die Glukokortikoid-bedingten Toxizitäten waren in der Gruppe mit niedrigerer Dosis/Alfacalcidol signifikant geringer als in der Gruppe mit hoher Dosis. Ähnliche Wirksamkeit festgestellt Die Nichtunterlegenheit der kombinierten Intervention mit niedrig dosiertem Prednisolon und Alfacalcidol im Vergleich zur Standard-Prednisolon-Therapie konnte nicht nachgewiesen werden, berichten die Autoren. Dennoch stelle die kombinierte Behandlung eine sicherere Alternative zu hochdosiertem Prednisolon bei der Therapie der Minimal-Change-Glomerulonephritis dar, mit ähnlicher Wirksamkeit, aber weniger schwerwiegenden Nebenwirkungen und reduzierter Glukokortikoidtoxizität, betonen sie abschließend. (ri/BIERMANN)
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