Ministerium rät zu Impfungen gegen Blauzungenkrankheit5. Januar 2026 (Symbolbild) Foto: © S. Leitenberger – stock.adobe.com Von der Virus-Erkrankung waren auch 2025 noch einige Betriebe mit Rinder- und Schafhaltungen betroffen. Die Zahlen sind aber deutlich gesunken. Hat sich das Thema Blauzungenkrankheit für 2026 erledigt? Die Gefahr einer Blauzungenkrankheit für Rinder, Schafe oder Ziegen ist nach Einschätzung des NRW-Landwirtschaftsministeriums nach wie vor nicht gebannt. „Von einer weiteren Ausbreitung nach Nordrhein-Westfalen mit dem BTV-Serotypen 3 und 8 muss ausgegangen werden“, teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Nur eine Impfung könne die Tiere schützen. Betriebe sollten Tiere gegen die neuere Virusvariante BTV-8 impfen lassen, ebenso auch weiterhin gegen den Serotyp 3 des Virus. „Angeraten ist, sowohl eine Grundimmunisierung als auch Wiederholungsimpfungen durchzuführen.“ Krankheitszahlen sanken 2025 dank Impfungen In rund 110 Betrieben in NRW war die Blauzungenkrankheit 2025 – zum Stand Mitte Dezember – ausgebrochen, schilderte ein Ministeriumssprecher. Alle Fälle seien durch das Virus vom Serotyp 3 bedingt gewesen. In einigen anderen Bundesländern trat hingegen verstärkt die neuere Variante BTV-8 auf. Die anzeigepflichtige Tierseuche, die für den Menschen ungefährlich ist, war im vergangenen Jahr laut Ministerium in NRW deutlich rückläufig. 2024 waren nach einem explosionsartigen Anstieg noch Ausbrüche in 3.414 Betrieben gemeldet worden. Besonders im Sommer 2024 war die Lage ernst gewesen. In der Regel sind Rinder- und Schafbestände betroffen, seltener Ziegenhaltungen. Erkrankte Tiere – vor allem Schafe – können Symptome wie Lahmheit, Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden mit verminderter Futter- und Wasseraufnahme, Ödem- und Krustenbildung besonders im Kopfbereich aufweisen. Schlimmstenfalls geht es tödlich für die Wiederkäuer aus. Die Zungen erkrankter Tiere färben sich manchmal blau. Daher stammt auch der Name „Bluetongue Disease“, unter dem die Blauzungenkrankheit ebenfalls bekannt ist. Die Seuche wird durch blutsaugende Gnitzen-Mücken weitergegeben. Ministerium rät Betrieben weiterhin zu Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit Zwar ist in NRW bisher noch keine BTV-8-Variante nachgewiesen worden. Aber Ende November 2025 war bei einer Kuh im rheinland-pfälzischen Landkreis Bitburg-Prüm BTV-8 festgestellt worden, hieß es in Düsseldorf. Von einem 150 Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb herum seien seitdem auch Gebiete in NRW betroffen – nämlich fast der gesamte Regierungsbezirk Köln und südliche Teile des Regierungsbezirkes Düsseldorf. Dort seien einige zusätzliche Bedingungen „im Hinblick auf BTV-8 zu erfüllen“. In NRW waren 2025 bis Anfang November mehr als eine Million Impfungen gegen BTV-3 durchgeführt worden – in über 8.000 Betrieben mit Rindern, Schafen und Ziegen, berichtete das Ministerium. Es handelte sich um Erstimpfungen wie auch Wiederholungsimpfungen. „Aufgrund der positiven Entwicklung der Ausbruchszahlen in 2025 in NRW ist davon auszugehen, dass ein entscheidender Anteil der Rinder und Schafe in 2025 geschützt war beziehungsweise geschützt ist.“ BTV-3 zirkuliere aber nach wie vor, die Impfungen sollten fortgeführt werden. Zusätzlich erläuterte das Ministerium: „Da bei empfänglichen Tieren grundsätzlich ein Risiko mit der Ansteckung von BTV-8 zu rechnen ist, wird in NRW auch aus Tierschutzgründen die Impfung gegen BTV-8 empfohlen.“
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