Mirikizumab als Induktions- und Erhaltungstherapie bei aktiver C. ulcerosa: Bessere Wirksamkeit bei Einleitung und Aufrechterhaltung einer Remission

AMSTERDAM (Biermann) – Mirikizumab, ein p19-gerichteter Antikörper gegen Interleukin-23, hat in einer Phase-II-Studie Wirksamkeit bei der Behandlung der Colitis ulcerosa bewiesen.

Ein internationales Studienteam führte 2 Phase-III-Studien mit Mirikizumab bei Erwachsenen mit mäßig bis schwer aktiver C. ulcerosa durch: In der Induktionsstudie randomisierten die Forschenden Patienten im Verhältnis 3:1, um entweder 12 Wochen lang alle 4 Wochen intravenös Mirikizumab (300 mg) oder Placebo zu erhalten. In der Erhaltungsstudie wurden Patienten, die auf die Induktionstherapie mit Mirkizumab ansprachen, erneut 2:1 randomisiert, und erhielten alle 4 Wochen über 40 Wochen hinweg subkutan 200 mg Mirkizumab oder Placebo. Primäre Endpunkte waren die klinische Remission in Woche 12 in der Induktionsstudie und in Woche 40 der Erhaltungsstudie. Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten das klinische Ansprechen, die endoskopische Remission und die Verbesserung bzgl. des Grades des Stuhldrangs.

Insgesamt wurden 1281 Patienten für die Induktionsstudie und 544 Patienten, die auf Mirkizumab ansprachen, für die Erhaltungsstudie erneut randomisiert. Bei einem signifikant höheren Prozentsatz der Patienten in der Mirkizumab-Gruppe vs. der Placebo-Gruppe zeigte sich in Woche 12 der Induktionsstudie (24,2 vs. 13,3 %; p<0,001) und in Woche 40 der Erhaltungsstudie (49,9 vs. 25,1 %; p<0,001) eine klinische Remission. Die Kriterien für die sekundären Endpunkte wurden in beiden Studien gleichermaßen erfüllt.

Unerwünschte Ereignisse wie Nasopharyngitis und Arthralgie wurden unter Mirkizumab häufiger gemeldet als unter Placebo. Von den 1217 Patienten, die in den beiden Studien mit Mirkizumab behandelt wurden, entwickelten 15 eine opportunistische Infektion (darunter 6 mit Herpes zoster) und 8 Krebs (darunter 3 mit einem Kolorektalkarzinom). Bei den Patienten, die in der Einführungsstudie ein Placebo erhielten, trat 1 Herpes-zoster-Infektion aber keine Krebserkrankung auf.

Die beiden Phase-III-Studien zeigen, dass Mirikizumab bei der Einleitung und Aufrechterhaltung der klinischen Remission bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver C. ulcerosa deutlich wirksamer war als Placebo. (bi)

Autoren: D‘Haens G et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Mirikizumab as Induction and Maintenance Therapy for Ulcerative Colitis
Quelle: N Engl J Med 2023;388(26):2444–2455.
doi: 10.1056/NEJMoa2207940