Mit Aktigraphie und Schlafprotokoll schlafmedizinische Therapiequalität verbessern8. November 2019 Foto: ©Nikki Zalewski/Adobe Stock Bei Untersuchungen der Tagesschläfrigkeit, etwa. bei Verdacht auf Narkolepsie und bei verkehrsmedizinischen Begutachtungen, ist Aktigraphie der fachmedizinische Standard und sollte in einem schlafmedizinischen Zentrum verfügbar sein. „Dafür muss er natürlich auch adäquat bezahlt werden und das ist in Deutschland leider derzeit nicht der Fall“, sagt Dr. Jens Acker, Sprecher der DGSM-Arbeitsgruppe Chronobiologie. Acker ist als Schlafmediziner in der Schweiz tätig, hier existiert eine Vergütung für den Einsatz von Aktigraphie im Rahmen schlafmedizinischer Abklärungen. In Deutschland ist Aktigraphie aufgrund der Vergütungs-Situation zu wenig bekannt und wird vor allem in der Forschung eingesetzt. „Bei Schlafmedizin handelt es sich eigentlich um eine Wach- und Schlafmedizin. Wir wollen Tagesmüdigkeit, Tagesschläfrigkeit und Tages-Leistungsfähigkeit abklären. Die eine Seite der Abklärung ist die Nacht im Schlaflabor, mit der sie die Schlafqualität erfassen können und vor allem organische Schlafstörungen in einer standardisierten Umgebung ausschließen können. Die Schlafmenge im Alltag können Sie mit Aktigraphie abschätzen“, erklärt Acker. Aktigraphie ist ein Standardverfahren in der Abklärung von zirkadianen Rhythmusstörungen. Es sollten aus fachlicher Sicht die Ruhezeiten über einen Zeitraum von 7-14 Tagen in der häuslichen Umgebung gemessen werden. Dies geschieht in Deutschland aktuell vor allem mit Schlafprotokollen, die die subjektive Einschätzung des Schlafes erfassen. Die Messung von Bewegungsmustern über die 24 Stunden-Periode bringt zusätzliche Erkenntnisse. Unter anderem ist ersichtlich wo der Hauptrhythmus einer Person liegt, ob es Social Jet Lag am Wochenende gibt, ob der Schlafrhythmus nach hinten verschoben ist oder ob es einen sogenannten Non-24-h-Rhythmus gibt. Bewegungsmesser mit Lichtsensor können auch überprüfen, zu welchen Tageszeiten eine Person hauptsächlich dem Tageslicht ausgesetzt ist, ob bei psychischen Störungen eine morgendliche Antriebsproblematik vorliegt, ob bei Schmerzstörungen im Rahmen einer Rehabilitation tatsächlich eine Steigerung des körperlichen Aktivitätsniveaus erreichbar ist etc. Acker weiß: „Die Kombination von Aktigraphie und Schlafprotokoll ermöglicht eine Verbesserung der schlafmedizinischen Therapiequalität und bietet zusätzliche Einsatzmöglichkeiten jenseits der Schlafmedizin. Hier entstehen derzeit viele Forschungsansätze.“
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