Mit anderen Augen – Woche des Sehens 2018

Blind und trotzdem ein Smartphone in der Hand? Manchen Passanten irritiert eine solche Straßenszene. Symbolbild: © Peterchen – Fotolia.com

Bis zum 15. Oktober findet die „Woche des Sehens“ statt. Das Motto der Kampagne „Mit anderen Augen“ nutzen Selbsthilfeorganisationen wie PRO RETINA Deutschland e. V., um mit Veranstaltungen auf die Belange Betroffener aufmerksam zu machen und das Verständnis von Betroffenen und Nichtbetroffenen zu fördern.

„Werden sehende Menschen gefragt, wie sie sich den Unterschied zwischen Blindheit und Sehbehinderung vorstellen“, weiß PRO RETINA, „kommen viele häufig zu dem Schluss: Blinde Menschen sehen gar nichts, Menschen mit einer Sehbehinderung sehen sehr unscharf. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn die Ausprägungen und Auswirkungen von Sehbehinderungen sind so vielfältig und individuell wie die Menschen selbst.“

„Auch blinde Menschen können durchaus noch einen sehr geringen Sehrest haben, was bei Passanten oft Irritationen auslöst“, berichtet die Selbsthilfeorganisation. Genauso verwundert seien Menschen, wenn Personen mit einer Seheinschränkung einen weißen Blindenlangstock benötigen und nutzen, obwohl sie zum Beispiel noch auf ihrem Smartphone oder in der Zeitung lesen könnten.

„Die Sehbehinderung“ gibt es nicht
Sehbehinderungen werden meist durch Augenkrankheiten bedingt, die mit ganz unterschiedlichen Symptomen und damit auch unterschiedlichen Arten von Einschränkungen einhergehen. „Auch Faktoren wie Umgebung, Beleuchtung und nicht zuletzt die persönliche Tagesform der betroffenen Personen wirken sich auf die Sehbehinderung aus“, betont PRO RETINA: Hinzu komme, dass zahlreiche Augenerkrankungen einen schleichenden Verlauf hätten und sich die Sehbeeinträchtigung je nach Stadium der Krankheit verändern und verschlechtern könne. Eine allgemeingültige Aussage über „die Sehbehinderung“ könne nicht getroffen werden.

Eine Vielzahl an Augenkrankheiten ist mit ähnlichen, mitunter sogar gleichen Auswirkungen verbunden: nachlassendes oder fehlendes Kontrastsehen, eine erhöhte Blendempfindlichkeit und Probleme mit dem Sehen im Nahbereich gehören zu diesen vermehrt auftretenden Einschränkungen. „So unterschiedlich wie die vielfältigen Auswirkungen von Sehbehinderung sich gestalten, so unterschiedlich fallen auch die Lösungen für die Betroffenen aus“, verweist die Patientenorganisation auf Hilfsmöglichkeiten wie große Schrift, farbige Kontraste oder spezielle Lichtverhältnisse. Für sehende Menschen sei es nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Bedingungen für Menschen mit Sehbehinderung optimal seien. Auch hier gelte wie so oft: „Ein persönliches Gespräch bringt Klarheit und beugt Missverständnissen vor.“

Im Zusammenhang mit der Woche des Sehens organisiert PRO RETINA kostenlose Veranstaltungen:

  • Infostand auf dem Wochenmarkt in Warstein: 10.10.2018, 10-14 Uhr, Marktplatz vorm Rathaus
  • Vortrag „Ich sehe so, wie du nicht siehst“ im Rahmen eines Aktionstags des Sehens: 10.10.2018, 13-15 Uhr, Universität Paderborn
  • Fachvorträge und Hilfsmittelausstellung in Mainz: 13.10.2018, 10-15 Uhr, Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
  • Fachvorträge und Hilfsmittelausstellung in Saarbrücken: 13.10.2018, 10-18 Uhr, Ärztekammer Saarland in Saarbrücken

Weitere Informationen zu Veranstaltungen der PRO RETINA-Regionalgruppen unter: https://www.pro-retina.de/aktuelles/termine.

Getragen wird die Kampagne „Woche des Sehens“ von den Aktionspartnern  Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf und PRO RETINA Deutschland. Schirmherrin ist die Journalistin und ZDF-Moderatorin Gundula Gause. Unterstützt wird die Aktionswoche von der Aktion Mensch, Vanda Pharmaceuticals und Zeiss. Weitere Informationen unter www.woche-des-sehens.de.

Quellen: PRO RETINA Deutschland e. V.; Woche des Sehens