Mit der Vorhofflimmerablation gegen Demenz: Studie deckt Zusammenhang auf

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Eine Studie des Karolinska-Instituts zeigt: Bei Vorhofflimmern kann eine Katheterablation das Demenzrisiko senken, selbst bei optimierter Antikoagulation und nach Berücksichtigung konkurrierender Risikofaktoren.

STOCKHOLM (Biermann) – Vorhofflimmern (VHF) wird mit der Entwicklung von Demenz in Verbindung gebracht. Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass eine orale Antikoagulation (OAK) und eine Katheterablation das Demenzrisiko verringern. In diesen Studien konnte jedoch nicht der separate Effekt der VHF-Ablation auf das Demenzrisiko ermittelt werden.

Dem ging daher eine Arbeitsgruppe des Karolinska-Instituts in Stockholm (Schweden) auf den Grund. In ihrer kürzlich in „Heart Rhythm“ veröffentlichten Studie war die Katheterablation bei VHF-Patienten mit optimierter OAK-­Therapie mit einer Verringerung der Demenzdiagnose verbunden, selbst nach Adjustierung für potenzielle Störfaktoren und für das konkurrierende Sterberisiko.

Studienleiter Finn Åkerström und Kollegen schlossen in ihre Unter­suchung retrospektiv 5912 konsekutive Patienten aus dem schwedischen Patientenregister ein, die sich zwischen 2008 und 2018 einer erstmaligen Katheterablation bei VHF unterzogen, und verglichen sie mit 52.681 Kontrollpersonen. Auf Basis eines Propensity-Score-Matchings bildeten sie 2 gleich große Kohorten (n=3940) mit ähnlichen Ausgangsmerkmalen. Anhand von ICD-Codes aus dem Patien­tenregister ermittelten die Forscher die Demenzdiagnose.

Åkerström et al. berichten, dass die meisten der mit dem Propensity-Score abgeglichenen Patienten zu Beginn (94,5 %) und am Ende (75,0 %) der Studie ein orales Anti­koagulans einnahmen. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 4,9±2,8 Jahre. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war die Katheter­ablation mit einem geringeren Risiko für die Diagnose Demenz verbunden (HR 0,44; 95 %-KI 0,22–0,86; p=0,017). Das Ergebnis war ähnlich, wenn Patienten mit einer Schlag­anfalldiagnose vor dem Einschluss in die Studie einbezogen wurden (HR 0,50; 95 %-KI 0,28–0,89; p=0,019) und nach Anpassung für das konkurrierende Todes­risiko (HR 0,41; 95 %-KI 0,20–0,86; p=0,018). (ah)

Autoren: Åkerström F et al.
Korrespondenz: Finn Åkerström; [email protected]
Studie: Reduced dementia risk in patients with optimized anticoagulation therapy undergoing atrial fibrillation ablation
Quelle: Heart Rhythm 2024;21(9):1487–1492.
doi: 10.1016/j.hrthm.2024.04.038