Mit Hilfe von KI die Echtheit von Lebensmitteln ermitteln2. Juni 2025 Symbolbild Foto: © Wanan – stock.adobe.com Welchen Einfluss Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) auf die Normung und Untersuchungsverfahren im Bereich der Agrar- und Lebensmittelkette haben, diskutierten Experten bei einer Fachveranstaltung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 27. Mai 2025 in Berlin. Die Herausforderungen sind groß, aber auch die Chancen. Dies zeigten etwa die Ergebnisse eines Modellvorhabens zur Nutzung von KI im Bereich der Authentizitäts- und Herkunftsprüfungen von Lebensmitteln. Bei der eintägigen Konferenz diskutierten die Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden über die Bedeutung von Normen im internationalen Warenverkehr der Lebensmittelwirtschaft, die Rolle von Metrologie und Normung sowie die Potenziale von Künstlicher Intelligenz bei der Auswertung großer Datenmengen. „Normen sind oftmals unsichtbare Wegweiser und sie sorgen für Sicherheit, Qualität und Vergleichbarkeit“, erklärte BVL-Präsident Friedel Cramer in seiner Grußansprache. „Im digitalen Zeitalter bekommen sie eine zusätzliche Dimension: Sie ermöglichen den Datenaustausch, sichern die Interoperabilität technischer Systeme und schaffen Verlässlichkeit in zunehmend vernetzten Prozessen.“ Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Vorstellung der Ergebnisse eines am BVL angesiedelten Modellvorhabens zur Entwicklung eines KI-gestützten Auswertetools für große Datenmengen, um durch Mustererkennung die Echtheit und Herkunft von Lebensmitteln ermitteln zu können. In dem dreijährigen Projekt wurde unter anderem getestet, in welchen Bereichen KI-gesteuerte sogenannte Non-target-Methoden (Methoden, bei denen nicht gezielt nach Stoffen gesucht wird) am erfolgreichsten eingesetzt werden können und welche Modelle den klassischen Statistikmethoden überlegen sind. In der anschließenden Diskussion wurden wichtige Aspekte der künftigen Anwendung solcher Methoden erörtert. Die digitale Transformation beim Deutschen Institut für Normung (DIN), der Normungsorganisation in Deutschland, und die Standardsetzung von internationalen Normen im Rahmen des Codex Alimentarius-Komitees CCMAS (Codex Committee on Methods of Analysis and Sampling) bildeten weitere Schwerpunkte der Veranstaltung. Dabei ging es auch um den Beitrag Deutschlands zur Standardsetzung im CCMAS. Im Codex Alimentarius und seinen Komitees erarbeiten die Mitgliedstaaten der Welternährungsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO gemeinsame Lebensmittelstandards. Hintergrund: Die Fachveranstaltung „Normung für die Agrar- und Lebensmittelkette im digitalen Zeitalter“ ist Teil einer BVL-Veranstaltungsreihe. Experten tauschen sich vor einem jährlich wechselnden Themenhintergrund über die Herausforderungen des kommenden Jahres aus. Das BVL ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und hat seinen Aufgabenschwerpunkt im gesundheitlichen Verbraucherschutz. Im BVL sind ein europäisches und acht nationale Referenzlaboratorien für bestimmte Rückstände und Kontaminanten sowie gentechnisch veränderte Organismen angesiedelt. Weiterhin ist das BVL mit der Herausgabe der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren beauftragt. Auch das Resistenzmonitoring tierpathogener Erreger gehört zu den Aufgaben des BVL.
Mehr erfahren zu: "Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden" Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden Seit dem Jahr 2000 wird der World Veterinary Day am letzten Samstag im April gefeiert. Sein diesjähriges Leitmotiv lautet „Veterinarians: Guardians of Food and Health“, das die tragende Rolle von […]
Mehr erfahren zu: "Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche" Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche Auch die Gegenseite anhören: Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche prangert zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche das millionenfache Leid von Versuchstieren an. Gleichzeitig verweist der Verein auf den […]
Mehr erfahren zu: "Bis 2085 bedrohen Extremereignisse ein Drittel der Lebensräume von an Land lebenden Tierarten" Bis 2085 bedrohen Extremereignisse ein Drittel der Lebensräume von an Land lebenden Tierarten Etwa 36 Prozent der heutigen Lebensräume von Landtieren könnten bis 2085 mehreren unterschiedlichen Arten von klimabedingten Extremereignissen wie Hitzewellen, Bränden oder Überschwemmungen ausgesetzt sein.