Mit Künstlicher Intelligenz zu neuen Arzneistoffen28. September 2022 Gisbert Schneider gilt als Pionier auf dem Gebiet des zielgerichteten Moleküldesigns mit maschinellen Lernmethoden. (Foto: Daniel Winkler, ETH Zürich) Die Schering Stiftung zeichnet Prof. Gisbert Schneider mit dem Ernst Schering Preis 2022 aus. Der Pionier auf dem Gebiet der KI-unterstützten Arzneistoffentwicklung habe durch seine visionäre Forschung den Transfer in die industrielle Anwendung ermöglicht. Weltweit würden so heute mögliche Wirkstoffe schneller identifiziert und auf potenzielle Nebenwirkungen untersucht. Moleküldesign mit kollaborativer Intelligenz (Grafik: CC BY Schering Stiftung) Schneider, Professor für Computer-Assisted Drug Design am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der ETH Zürich und Direktor des Singapore-ETH Centre, gilt als Vorreiter auf dem Gebiet des zielgerichteten Moleküldesigns mit maschinellen Lernmethoden. Der Biochemiker und Bioinformatiker hat neue Wege beschritten und die Künstliche Intelligenz (KI) so weit vorangetrieben, um heute zuverlässig die Wirksamkeit von Arzneistoffen vorherzusagen. Seine Methode baut dabei auf dem Wissen über bekannte Wirkstoffe, Naturstoffe und deren Wirkungen auf und entwirft mittels KI neue Arzneimittelkandidaten mit gewünschten Eigenschaften, erklärt die Schering Stiftung, die den mit 50.000 Euro dotierten Preis am 29. September an Schneider überreicht. Durch seine exzellente Forschungsleistung und seinen unermüdlichen Einsatz für den Technologietransfer habe er erfolgreich das Vertrauen der Industrie gewinnen können und so die Grundlage für den Einsatz dieser Methoden in der Praxis der modernen Biomedizin geschaffen, so die Stiftung. Heute ermögliche diese Technologie bereits eine vielfach effizientere Identifikation potenzieller Arzneistoffe und erhöhe damit deutlich die Erfolgschancen bei der Entwicklung neuer Medikamente. Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Schering Stiftung, Prof. Stefan H. E. Kaufmann, sagt: „Gisbert Schneider habe ich als einen Visionär kennengelernt, der durch seine Erfahrungen in der pharmazeutischen Industrie und der akademischen Forschung beide Welten erfolgreich verbindet. In einer Zeit als viele am Nutzen der Künstlichen Intelligenz für die Arzneimittelforschung noch zweifelten, hat er fest daran geglaubt und die Technologie bis zur Anwendungsreife verbessert.“ Eine siebenköpfige Jury internationaler Wissenschaftler*innen hat Schneiders Forschungsarbeiten unter einer Vielzahl von Nominierungen ausgewählt. Nach Angaben der Schering Stiftung ist der Ernst Schering Preis einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise. Er wird jährlich verliehen und zeichnet Wissenschaftler*innen weltweit aus, deren bahnbrechende Forschungsarbeit neue inspirierende Modelle oder grundlegende Wissensveränderungen im Bereich der Biomedizin hervorgebracht hat. Die Preisverleihung findet am 29. September 2022 ab 17 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.
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