Mit Nanopartikeln gegen Hörverlust?22. August 2024 Daniel Sun, will das Potenzial magnetischer Nanopartikel als Träger für Medikamente gegen Hörverlust untersuchen. Foto: Photo/UC Health/University of Cincinnati Damit neue Therapieansätze gegen Hörverlust funktionieren, müssen Wirkstoffe dort ankommen, wo sie wirken sollen: im Innenohr. Ob sich magnetische Nanopartikel als Trägersystem eignen, wollen US-amerikanische Forschende untersuchen. Für sein Forschungsvorhaben hat Dr. Daniel Sun von der University of Cincinnati (USA) hat vom National Institute on Deafness and Other Communication Disorders der National Institutes of Health einen Preis in Höhe von etwas mehr als 1 Million Dollar erhalten. Er will das Potenzial von magnetischen Nanopartikeln als Trägersystem für Medikamente erforschen, die damit das Innenohr erreichen und zur Behandlung von Hörverlust eingesetzt werden. Abgesehen von den oft unwirksamen Steroiden gibt es derzeit keine von der Food and Drug Administration zugelassenen Medikamente zur Behandlung von Hörverlust. Die größte Hürde: der Transport von Medikamenten ins Innenohr. „Es gibt viele interessante Medikamente in der Entwicklung, die das Potenzial haben, die Art und Weise, wie wir Hörverlust behandeln, zu verändern und es uns zu ermöglichen, den Hörverlust zu verzögern oder sogar rückgängig zu machen“, erklärte Sun. „Aber wir haben keine gute Möglichkeit, diese vielversprechenden Medikamente effektiv ins Ohr zu bringen.“ Magnetische Nanopartikel wurden bereits in anderen Teilen des Körpers zur Verabreichung von Medikamenten eingesetzt, aber Sun zufolge trägt seine Forschung dazu beit, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Nanopartikel speziell für die Anatomie des Ohrs entwickelt werden können. Ziel sei, einen minimalinvasiven Ansatz zu entwickeln und dann ein Magnetfeld zu nutzen, um Nanopartikel ins Innenohr zu lenken, so Sun weiter. Verschiedene Arten von Hörverlust, wie altersbedingter Hörverlust, Lärmtrauma und plötzlicher Hörverlust, werden durch unterschiedliche Mechanismen verursacht und daher mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt. Wenn magnetische Nanopartikel wirksam sind, könnten sie als Vehikel fungieren, das die jeweils spezifischen transportiert. „Aufgrund ihrer Bauweise können diese Partikel viele verschiedene Arten von Medikamenten tragen“, erläuterte Sun. „Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Plattform für verschiedene Medikamente verwenden können, die auf verschiedene Arten von Hörverlust abzielen.“ Neben der Magnetfeldforschung untersuchen Sun und Donglu Shi, PhD, vom UC Department of Mechanical and Materials Engineering gemeinsam die Wirksamkeit von Lasern, um die Nanopartikel zu aktivieren und ihnen das Eindringen in das Innenohr zu erleichtern. Sun und sein Team wollen vor allem wirklich zu verstehen, wie die Nanopartikel so gestalten werden können, dass sie biokompatibel und damit sicher für die Hör- und Gleichgewichtsfunktion im Ohr sind. „Gleichzeitig wollen wir sehr robuste Möglichkeiten zur Medikamenten-Gabe bieten“, betonte Sun. Langfristig, so Sun, könnte ein Durchbruch bei der Gabe von Medikamenten in Kombination mit neu entwickelten Wirkstoffen eine neue Welt für die nicht-invasive Behandlung von Hörverlust eröffnen.
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