MiTF-Nierenzellkarzinom: Zusätzlicher TRIM63-Test nach negativem FISH-Befund kann Erkennungsrate erhöhen31. Oktober 2025 Foto: © sebastian-kaulitzki/stock.adobe.com Bei Nierenzellkarzinomen mit Veränderungen der Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktorfamilie (MiTF RCC) könnten nach einem negativem FISH-Befund weitere Untersuchungen zu präziseren Diagnosen führen, so eine neue US-Studie. Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) mit TFE3- und TFEB-Break-apart-Sequenzierung gelten als Goldstandard für die diagnostische Bestätigung von MiTF RCC, zu denen sowohl TFE3-rearrangierte RCC als auch TFEB-veränderte RCC gehören, erklären die Autoren. Allerdings können FISH-Tests aus verschiedenen Gründen zu uneindeutigen oder falsch-negativen Ergebnissen führen, fügen sie hinzu. Die neue Studie wurde von Prof. Rohit Mehra, University of Michigan (USA), geleitet und in der Fachzeitschrift „Modern Pathology“ veröffentlicht. Gen-Überexpression beobachtet Das Forscherteam stellte fest, dass einige der FISH-negativen Nierenzellkarzinome, die somit negativ für MiTF waren, dennoch verdächtige Biomarker aufwiesen. Dies weckte das Interesse an der zugrundeliegenden Genexpression. Bei genauerer Untersuchung beobachteten die Forscher, dass einige dieser Fälle trotz des negativen FISH-Tests eine Überexpression des Gens TRIM63 aufwiesen. Es war bereits bekannt, dass TRIM63 bei Patienten mit MiTF RCC überexprimiert ist. Der Zusammenhang zwischen TRIM63 und FISH-negativen Befunden war jedoch bisher nicht untersucht worden, berichten die Wissenschaftler. „Aufgrund dieser Beobachtungen vermuteten wir, dass ein positiver TRIM63-Nachweis die Diagnose von Fällen erleichtern könnte, die in herkömmlichen FISH-Tests negativ sind, aber morphologisch verdächtig erscheinen“, so Mehra. MiTF-Genumlagerung festgestellt Mithilfe zusätzlicher Genomanalysen fand das Team 20 Fälle, in denen Tumoren zwar auf Biomarker-Ebene TRIM63 aufwiesen, aber im FISH-Test negativ waren. „Bei 70 Prozent dieser Fälle, die TRIM63-positiv und FISH-negativ waren, zeigte sich letztendlich eine MiTF-Genumlagerung“, erläutert Mehra. Die Studienergebnisse deuten laut den Forschern darauf hin, dass bei MiTF-RCC-Patienten nach einem negativem FISH-Befund weitere Untersuchungen zu präziseren Diagnosen potenziell aggressiver Erkrankungen führen könnten. (ri/BIERMANN)
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