Mitralklappenprolaps und SSNHL: Studie belegt Zusammenhang2. Januar 2019 Foto: Rido – Fotolia.com In einer aktuellen Studie haben taiwanische Forscher den Zusammenhang zwischen plötzlichem, senorineuralem Hörverlust (SSNHL) und dem Auftreten eines Mitralklappenprolaps evaluiert. Der Ausdruck Mitralklappenprolaps (MKP) bezeichnet eine meist angeborene (primäre) Fehlbildung des Mitralklappenapparates des menschlichen Herzens. Dabei wölben sich die Anteile der Mitralklappe während der Systole in den linken Vorhof vor. Für diese Fall-Kontroll-Studie bedienten sich die Forscher populationsbasierter Datensätze, die aus der Taiwan Longitudinal Health Insurance Database stammten. Insgesamt konnten 3399 Fälle kürzlich diagnostierten SSHNL ausgemacht werden. Unter Anwendung des Propensity-Score-Matchings wurden weitere 3399 Kontrollpatienten (einer für jeden SSNHL-Fall) aus demselben Datensatz selektiert. Die ausgewählten Variablen umfassten Alter, Geschlecht, monatliches Einkommen, geographische Lokalisation, den Urbanisierungsgrad des Wohnorts der Patienten, Bluthochdruck, Diabetes sowie Hyperlipidämie. Mittels Chi-Quadrat-Tests wurden die Unterschiede hinsichtlich der soziodemographischen Merkmale der Patienten miteinander verglichen, während eine konditionale logistische Regressionsanalyse zur Untersuchung zum Zusammenahng zwischen SSHNL und zuvor diagnostiziertem Mitralklappenprolaps durchgeführt wurde. Von den insgesamt 6798 Probanden hatten bis zum Beginn des Untersuchungszeitraums 131 (1,93 %) Individuen die Diagnose Mitralklappenprolaps erhalten. Ein statistisch signifikanter Unterschied hinsichtlich der Prävalenz von früheren Mitralklappenprolapsen konnte zwischen Fällen und Kontrollprobanden beobachtet werden: 2,41 % gegenüber 1,44 % (p = 0,004). Die konditionale logistische Regressionsanalyse bezüglich Geschlecht, Alter, Einkommen, Urbanisierungsgrad, geographische Lokalisation, Bluthochdruck, Diabetes und Hyperlipidämie zeigte, dass das Quotenverhältnis für frühere Mitralklappenprolapse lediglich 1,69 (95 % Konfidenzintervall, 1,18-2,42) im Vergleich zu den Kontrollen betrug. Die Studie ergab, dass Patienten mit Mitralklappenprolaps ein 1,69-fach erhöhtes Risiko aufweisen, einen SSNHL zu erleiden, als es bei den Probanden ohne Mitralklappenprolaps der Fall ist. (am)
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern" Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsgruppe der Universität Magdeburg untersucht, warum Gerüche unterschiedlich wirken und was das über Erkrankungen des Gehirns verrät.