Mitteldeutscher HNO-Kongress: Kopf-Hals-Onkologie im Fokus30. August 2019 Am 6. und 7. September tagen die Mitteldeutschen HNO-Ärzte in Magdeburg. Foto: ©Marcus Hofmann/Adobe Stock Auf 28. Jahresversammlung der Vereinigung Mitteldeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte am 6. und 7. September 2019 in Magdeburg sind die Fortschritte in der Kopf-Hals-Onkologie – etwa die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren – Schwerpunktthema. Tumore im Kopf-Hals-Bereich werden häufig erst erkannt, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist. Rund 17.000 Patienten in Deutschland erkranken jedes Jahr an bösartigen Tumoren des Kehlkopfes, der Mundhöhle, des Rachenraumes, der Nase oder der Schilddrüse, die aufgrund ihrer Lage oft nicht vollständig operativ entfernt werden können. Viele Patienten erhalten darum anschließend eine Strahlentherapie, die umliegendes Gewebe in diesem sensiblen Bereich stark in Mitleidenschaft ziehen kann, oder eine Chemotherapie. Trotzdem ist die Prognose häufig schlecht. Entscheidende Fortschritte in der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren verspricht die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren, welche ihren Mehrwert gegenüber der aktuellen Standardtherapie mit Zytostatika und einem das Krebswachstum hemmenden Antikörper inzwischen in verschiedenen Studien unter Beweis gestellt hat und zunehmend Einzug in den klinischen Alltag finden wird. Bemerkbar machen sich Kopf-Hals-Tumore etwa durch Anzeichen wie Schluckstörungen, Veränderungen an der Schleimhaut, Schwellungen der Halslymphknoten, ein Fremdkörpergefühl, ständiges Räuspern oder Schmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können. Auch bei Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, sollte man die Ursache dringend von einem HNO-Arzt abklären lassen. Als größte Risikofaktoren für Kopf-Hals-Tumore gelten Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum – insbesondere beides in Verbindung –, Luftverunreinigungen (z.B. durch Asbest) sowie Infektionen mit dem humanen Papillomvirus (HPV), welches auch mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht und sexuell übertragen wird. Weltweit sind HPV-Infektionen auf dem Vormarsch und nehmen auch in Deutschland zu. Rund 40 Prozent der Kopf-Hals-Tumore sind hierzulande inzwischen HPV-assoziiert. Neue Therapieformen und wirksame Kombinationen, welche Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren mehr Lebenszeit und Lebensqualität verschaffen können, sowie der aktuelle Wissens- und Erkenntnisstand zur „Kopf-Hals-Onkologie“ bilden einen wichtigen Schwerpunkt bei der 28. Jahresversammlung der Vereinigung Mitteldeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte am 6. und 7. September. Zu den spannenden Themen beim Kongress zählen auch Hörstörungen bei Kindern zum Zeitpunkt der Einschulung und die Frage, ob ein Neugeborenenhörscreening ausreichen kann, um mögliche Hörprobleme bei Kindern zu erkennen? Erwartet werden dazu Daten einer Untersuchung, die erstmals einen Überblick über Hörstörungen innerhalb eines kompletten Magdeburger Schulanfänger-Jahrgangs erlauben und helfen, Therapiemöglichkeiten zu optimieren. Im Fokus stehen außerdem neue Entwicklungen und Erfahrungen im Bereich der Endoskopie, der Phonochirurgie, der rekonstruktiven Chirurgie sowie bei Implantaten im Kopf-Hals-Bereich. Die wichtigste wissenschaftliche Fortbildungsveranstaltung für Mediziner aus dem Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, aber auch für Kollegen mit entsprechendem Fachinteresse sowie Logopäden aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Hessen und Bayern ist in diesem Jahr in Magdeburg zu Gast. Die Tagungsleitung obliegt Prof. Christoph Arens, Direktor der hiesigen Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Spezialist auf dem Gebiet der Diagnostik und Behandlung von Kehlkopferkrankungen sowie Tumoren der oberen Luft- und Speisewege.
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