Mittelmeer-Diät: Positive gesundheitliche Effekte durch Verringerung des Leberfettgehalts

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Es ist unklar, ob eine Reduktion des hepatischen Fettgehaltes (HFC) ein Vermittler des kardiometabolischen Nutzens einer Lifestyle-Intervention ist und ob diese Reduktion über einen Verlust von viszeralem Fettgewebe (VAT) hinaus eine relevante prognostische Bedeutung hat.

In der vorliegenden Teilstudie von Wissenschaftlern um Dr. Yftach Gepner von der Ben-Gurion-Universität in Beer-Sheva wurde die Hypothese aufgestellt, dass ein Verlust von HFC als Reaktion auf Ernährungsinterventionen spezifische positive Auswirkungen zeigt, die unabhängig vom VAT sind.

In einer 18-monatigen Gewichtsabnahme-Studie wurden 278 Teilnehmer mit abdominaler Adipositas/Dyslipidämie randomisiert für eine fettarme Diät (LF) oder eine mediterrane Ernährung mit wenig Kohlenhydraten (MED/LC+28 g Walnüsse/Tag), mit oder ohne mäßige körperliche Aktivität, eingeteilt.

HFC- und Bauchfettdepots wurden zu Studienbeginn, nach 6 (Teilstudie, n=158) und 18 Monaten mittels Magnetresonanztomographie gemessen. Von 278 Teilnehmern (mittlere HFC 10,2 %; Bereich 0,01–50,4) betrug die Retentionsrate 86,3 %.

Insgesamt verringerten die Teilnehmer während der Intervention ihre Energiezufuhr nach 6 und 18  Monaten signifikant (p<0,001 vs. Ausgangswert), jedoch in ähnlicher Weise in beiden Ernährungsgruppen (Gesamtkalorienzufuhr: -26 % vs. -22 % mit MED/LC-Diät vs. LF-Diät; p=0,18]). Nach 18-monatiger Intervention hatte die MED/LC-Diät zu einer erheblichen Verringerung der Aufnahme von Kohlenhydraten und Transfetten geführt, während die LF-Diät mit einer geringeren Aufnahme von Fett insgesamt sowie einfach ungesättigtes Fetten und Cholesterin sowie tendenziell ebenso weniger mehrfach ungesättigten und gesättigten Fetten einherging (p<0,05 für alle).

Wie die Studienautoren im „Journal of Hepatology“ berichten, nahm der prozentuale Anteil von HFC nach 6 Monaten (-6,6 % absolute Einheiten [-41 % relativ]) und 18 Monaten (-4,0 % absolute Einheiten [-29 % relativ]; p<0,001 gegenüber dem Ausgangswert) erheblich ab. Die Verringerung von HFC war über die Gewichtsabnahme hinaus mit einer Senkung des VAT verbunden.

Nach Kontrolle für einen Rückgang des VAT, blieb die Abnahme des prozentualen Anteils von HFC unabhängig mit einer Verringerung der Serum-Gamma-Glutamyltransferase und Alanin-Aminotransferase, zirkulierendem Chemerin und glykiertem Hämoglobin (p<0,05) assoziiert.
Während die Reduktion des HFC zwischen den Gruppen mit körperlicher Aktivität ähnlich war, verursachte die MED/LC-Diät eine größere prozentuale Abnahme des HFC (p=0,036) und eine deutlichere Verbesserung der kardiometabolischen Risikoparameter (p<0,05) als die LF-Diät.

Fazit

Die durch die MED/LC-Diät induzierten Verbesserungen der Parameter des kardiometabolischen Risikos wurden jedoch alle deutlich abgeschwächt, wenn auf HFC-Veränderungen kontrolliert wurde. Der prozentuale Anteil an HFC wurde durch diätbedingten moderaten Gewichtsverlust erheblich reduziert, wobei die MED/LC-Diät effektiver ist als die LF-Diät, unabhängig von Änderungen des VAT. Die vorteilhaften Auswirkungen der MED/LC-Diät auf bestimmte kardiometabolische Parameter schienen dabei, so die Autoren, eher durch die Abnahme des prozentualen HFC-Anteils als durch einen VAT-Verlust bedingt zu sein. (je/ac)

Autoren: Gepner Y et al.
Korrespondenz: Prof. Iris Shai, The S. Daniel Abraham International Center for Health and Nutrition, Department of Public Health, Faculty of Health Sciences, Ben-Gurion University of the Negev, P.O. Box 653, Beer-Sheva 84105, Israel; [email protected]
Studie: The beneficial effects of Mediterranean diet over low-fat diet may be mediated by decreasing hepatic fat content
Quelle: J Hepatol 2019;71(2):379-388.
Web: www.journal-of-hepatology.eu