Mobile Hilfe bei schwerem Kreislauf- oder Lungenversagen22. Februar 2018 Dr. Roland Körner, Jens-Uwe Retter, Dilek Kolat, Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt, Prof. Dr. Ulrich Frei (v.l.n.r.). Foto: © Charité/Baar Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Berliner Rote Kreuz mit seiner Tochtergesellschaft DRK Rettungsdienst Berlin gGmbH haben ein spezielles Einsatzfahrzeug, das ECMObil, in Betrieb genommen. Mit dem Fahrzeug kann ein intensivmedizinisches Team mit einer transportablen Herz-Lungen-Maschine zu schwerstkranken Patienten auf Intensivstationen gebracht werden, die dringend eine ECMO-Therapie benötigen. Bei Patienten mit schwerem Schock, Kreislaufstillstand oder Lungenversagen kann die Behandlung durch die Anlage eines künstlichen Kreislaufs mit externer Sauerstoffversorgung, Extracorporal Membrane Oxygenation (ECMO) genannt, lebensrettend sein. Eine spezielle Therapie, die nur in Schwerpunktzentren durchgeführt wird. „Mit dem ECMObil werden wir in Zukunft auf Anforderung anderer Intensivstationen unsere intensivmedizinische Kompetenz auch außerhalb der Charité zur Verfügung stellen können. Dabei soll auch wissenschaftlich untersucht werden, welche Patientengruppe von dieser Art extremer Intensivtherapie profitiert“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. „Es geht um die Sicherheit von Patienten. Nur wenige Krankenhäuser können Betroffene mit einer Herz-Lungen-Maschine stabilisieren und eine Verlegung solcher Menschen in ein Zentrum wie die Charité setzt eine transportable Herz-Lungen-Maschine voraus. Durch einen vorbereitenden Vor-Ort-Anschluss und den Transport mit dem ECMObil können die Patienten nun deutlich sicherer versorgt werden. DRK und Charité sorgen mit diesem Engagement dafür, dass die Notfallversorgung und Intensivmedizin in Berlin weiter ausgebaut wird“, fügt Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, hinzu. Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, über die Vorteile des neuen Fahrzeugs: „Wir werden schon jetzt immer wieder um Unterstützung gebeten, wenn Patienten ohne diese Therapie nicht stabilisiert werden können. Mit dem ECMObil kann diese Hilfe zukünftig schnellstmöglich erfolgen.“ Nach Anlage der ECMO können diese mit einem Intensivtransportfahrzeug oder einem Hubschrauber, ohne Unterbrechung der lebenserhaltenden Maßnahmen, von einem Behandlungsort zum anderen transportiert werden, beispielsweise an eine Spezialabteilung der Charité. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Kliniken in der Region bei der Betreuung schwerstkranker Patienten noch effektiver zu gestalten. Das ECMObil ist ein Kooperationsprojekt, bei dem die Charité die Geräte und das Team von Spezialisten bereitstellt, das Berliner Rote Kreuz steuert das Fahrzeug bei. Jens-Uwe Retter, LV Berliner Rotes Kreuz, Vizepräsident und Landesarzt, über das gemeinsame Vorhaben: „In den Bereichen Labor, Blutspende und Rettungsdienst arbeiten die Charité und das Deutsche Rote Kreuz in Berlin seit langem erfolgreich zusammen. Daher freut es mich, dass wir unsere Zusammenarbeit auf den Bereich Intensivmedizin erweitern konnten.“ Das ECMObil wird am Campus Virchow-Klinikum stationiert sein und gehört zum Reanimationszentrum | Circulatory Arrest Center (CAC) der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
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