Mobile Ultraschallgeräte können Diagnostik in der Hausarztpraxis erleichtern

Mobiler Ultraschall
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Mobile Ultraschallgeräte werden in deutschen Hausarztpraxen zunehmend zum wichtigen Werkzeug. Mit dem Point-of-Care-Ultraschall können Ärzte viele Beschwerden bereits während der Sprechstunde abklären.

Durch den Einsatz von Point-of-Care-Ultraschall (POCUS) lässt sich eine Diagnose laut Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) häufig schneller stellen als zuvor. Gerade in der Primärversorgung, in der oft nur wenig Zeit für eine Untersuchung zur Verfügung steht und viele Beschwerden noch unspezifisch sind, sei das ein zentraler Vorteil.

Damit der Einsatz von POCUS in der Hausarztpraxis gesichert erfolgt, entwickelt die DEGUM dazu gerade Qualitätsstandards, die zeitnah in einem neuen Curriculum publiziert werden sollen.

Schnelle Eingrenzung der Ursache

„Für mich ist POCUS im Alltag unverzichtbar. Es ermöglicht schnelle Entscheidungen und macht Diagnostik für die Patientinnen und Patienten direkt nachvollziehbar“, sagt Dr. Benjamin Bode, stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Hausärztliche Versorgung der DEGUM. Gerade bei häufigen Beschwerden – etwa Atemwegsinfekten, Unterbauchschmerzen oder Weichteilveränderungen – ermögliche POCUS eine unmittelbare Eingrenzung der Ursache. So lasse sich beispielsweise eine Lungenentzündung oft sofort nachweisen, eine unkomplizierte Divertikulitis direkt identifizieren oder ein Abszess sicher von harmlosen Schwellungen unterscheiden.

Um Hausärzten hierfür eine klare Struktur zu bieten, entwickelt die DEGUM derzeit ein neues POCUS-Curriculum, das sich in einem mehrstufigen Verfahren momentan in der Finalisierung befindet. „Wir legen im Curriculum bewusst den Fokus auf jene ultraschallbezogenen Basiskompetenzen, die im hausärztlichen Alltag wirklich relevant sind“, betont Bode. „Für jede Indikation werden dabei die relevanten anatomischen Grundlagen, Schallfenster, Differenzialdiagnosen und Prüfungsanforderungen festgelegt.“ Das zentrale Ziel sei es, Hausärzten durch das Curriculum einen zentralen Leitfaden an die Hand zu geben, der sich konsequent an realen Fragestellungen orientiert.

Weniger Folgediagnostik, geringere Kosten

Neben der schnelleren Diagnosestellung bietet der Einsatz von Ultraschall in der hausärztlichen Versorgung weitere Vorteile. „Wenn wir POCUS häufiger in unseren Untersuchungsalltag integrieren, verkürzen sich die Wartezeiten auf Behandlungstermine, weil zusätzliche Diagnostik in vielen Fällen entfallen kann“, erläutert der DEGUM-Experte. Gleichzeitig sinken die Behandlungskosten, da weniger kostenintensive bildgebende Verfahren notwendig werden.

Die DEGUM weist zugleich jedoch auch darauf hin, dass POCUS Grenzen hat. Es handelt sich um eine fokussierte Untersuchung, die insbesondere bei komplexen und herausfordernden Situationen an ihre Grenzen stoßen kann.

Entscheidend ist, dass Anwender von POCUS ihre eigenen Grenzen kennen und bei unklaren Befunden konsequent an zertifizierte US-Zentren oder radiologische Feindiagnostik weiterverweisen. Insgesamt erkennt Bode insbesondere durch die verbesserte sonografische Ausbildung an den Universitäten eine deutliche Entwicklung bei jungen Ärzten. Darüber hinaus empfiehlt die Fachgesellschaft allen Hausärzten, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten, den Besuch DEGUM-zertifizierter Kurse sowie regelmäßige Fortbildungen.

Eine Hürde bleibt die Vergütung: Da POCUS in der Regel nicht kostendeckend abgerechnet werden kann und nur in Brandenburg eine eigene Abrechnungsziffer existiert, zögern viele Praxen bei der Anschaffung. „Um die Methode flächendeckend zu etablieren, benötigen wir jedoch bundesweit dringend eine einheitliche Vergütungsstruktur“, so Bode.