Mobiles EKG-Monitoring und telemedizinische Nachsorge können Rhythmusstörungen wirksam entdecken15. Oktober 2018 Bild: © peart – fotolia.com Mobiles EKG-Monitoring kombiniert mit einer telemedizinischen Nachkontrolle der erhobenen Daten ist hilfreich in der Patientennachsorge und kann bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall oder ungeklärten Synkopen ursächliche Rhythmusstörungen aufdecken. Das zeigt eine Studie der Klinik für Kardiologie und Rhythmologie am Campus Bad Neustadt an der Saale, die bei den DGK-Herztagen in Berlin präsentiert wurde. „Bei 16 bis 21 Prozent solcher Patienten finden sich relevante Herzrhythmusstörungen, die in der Regel die Weichen für die weitergehende Therapie stellen“, so die Studienautoren in ihren Schlussfolgerungen. „Die zeitnahe Detektion von Vorhofflimmern-Episoden führt zu einer frühzeitigen Antikoagulations-Therapie. Bei ausgewählten Patienten mit Synkopen in der Anamnese werden mit dieser Methode bei 20 Prozent relevante Bradykardien entdeckt, diese können dann sehr rasch mit einem Schrittmacher versorgt werden. Somit lässt sich die Nachsorge verbessern.“ Durch die Implantation eines Ereignisrekorders können unterschiedliche Arten von Arrhythmien gut diagnostiziert werden. Die zusätzliche Kombination eines telemedizinischen Home-Monitorings ermöglicht es, auf die Entdeckung von Rhythmusstörungen rasch mit angemessenen Therapien zu reagieren. Knapp 35.000 Episoden entdeckt Zwischen März 2016 und Juni 2018 wurden in der Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt/Saale 166 Ereignisrekorder implantiert. Alle Patienten wurden bei der Entlassung mit einem elektronischen Datenübermittler ausgestattet, der einmal täglich – in der Nacht – die Daten über eine Basisstation in die Klinik überträgt. Hauptindikation für die Implantation des Eventrekorders war mit 78 Prozent ein vorangegangener kryptogener Schlaganfall. Im Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 397 Tagen wurden insgesamt 34.697 Episoden detektiert und via Telemonitoring transferiert. Bei 61 Prozent der Patienten wurden automatisiert Vorhofflimmer-Episoden entdeckt, wobei bei 16 Prozent ein neu aufgetretenes Vorhofflimmern verifiziert werden konnte. Bei 85 Prozent dieser Patienten wurde eine neue Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten eingeleitet. Bei 21 Prozent der Synkopen-Patienten wurde eine relevante bradykarde Herzrhythmusstörung dokumentiert und in der Folge ein permanenter Schrittmacher implantiert. Für das mobile EKG-Monitoring könnten in Zukunft statt implantierten Geräten auch moderne Fitness-Geräte wie die Apple Watch in Frage kommen, sofern sich die EKG-Daten auslesen lassen. Quelle: Bötsch A et al. Telemedizinisches Nachsorgekonzept für Synkopen und kryptogene Schlaganfälle durch Detektion von Arrhythmien mit einem implantierbaren Event/Ereignisrekorder: Erfahrungen und Ergebnisse; Clin Res Cardiol 107, Suppl 3, October 2018; https://www.abstractserver.com/dgk2018/ht/abstracts/P183.HTM
Mehr erfahren zu: "Okklusiver Myokardinfarkt ohne ST-Hebung: KI treffsicherer als Standarddiagnostik" Okklusiver Myokardinfarkt ohne ST-Hebung: KI treffsicherer als Standarddiagnostik Eine KI-basierte EKG-Analyse erkennt okklusive Myokardinfarkte ohne ST-Hebung deutlich zuverlässiger als Standardprotokolle. Studiendaten vom ESC Acute CardioVascular Care 2026 zeigen eine höhere Sensitivität und Spezifität bei symptomatischen ACS-Patienten.
Mehr erfahren zu: "Übergewicht treibt Diabetes bei Frauen und Männern unterschiedlich an" Übergewicht treibt Diabetes bei Frauen und Männern unterschiedlich an Studien zeigen: Adipositas wirkt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auf den Stoffwechsel und den Weg zum Diabetes aus. Die DDG plädiert dafür, die Wechselwirkung von Übergewicht und Diabetes stärker […]
Mehr erfahren zu: "Vorhofohrverschluss: Studie relativiert Nutzen bei Hochrisikopatienten" Vorhofohrverschluss: Studie relativiert Nutzen bei Hochrisikopatienten Eine neue multizentrische Studie im „New England Journal of Medicine“ zeigt bei Hochrisikopatienten mit Vorhofflimmern keinen Vorteil des Vorhofohrverschlusses im Vergleich zur bestmöglichen medikamentösen Therapie.