Moderne Narkose wird 175 Jahre alt

Er gilt heute als der Begründer der modernen Anästhesie: Der amerikanische Zahnarzt William Thomas Green Morton. Bild: ©Aleksander Creator – stock.adobe.com

Am Samstag den 16. Oktober jährt sich die erste moderne Narkose zum 175. Mal. Daran erinnern der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).

Es war der Zahnarzt William Thomas Green Morton, der am 16. Oktober 1846 am Massachusetts General Hospital in Boston erstmals einen Patienten mit Äther-Dämpfen sicher einschlafen ließ. Dem Mann konnte so ohne weitere Belastung ein Tumor am Hals entfernt werden. Die moderne Anästhesie war geboren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht die Anästhesie in Deutschland in einer Schlüsselrolle. In einem Grußwort anlässlich des Jahrestages dankt Spahn den Anästhesistinnen und Anästhesisten nicht nur für ihre Arbeit während der Corona-Pandemie: „Mein Dank gilt allen, die im fordernden Alltag des Gesundheitswesens auch jenseits der Pandemie – bei der Geburt, in Notfällen, auf der Intensivstation, in den Operationssälen, am Lebensende – mit all ihren Fähigkeiten und mit Hingabe für ihre Patientinnen und Patienten da sind!“

Mehr als 40.000 Narkosen und Anästhesie-Leistungen in Deutschland pro Tag

In Deutschland werden einer Mitteilung von BDA und DGAI zufolge heute pro Tag in Krankenhäusern schätzungsweise mehr als 40.000 Narkosen durchgeführt und andere anästhesiologische Leistungen erbracht – neben den vielfältigen weiteren Tätigkeiten der Anästhesisten in der Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin. Zahlreiche der mehr als 100.000 COVID-19-Erkrankten, die in der Corona-Pandemie auf den Intensivstationen lagen, wurden dort von Anästhesistinnen und Anästhesisten versorgt, beatmet und gerettet. Hinzu kommen pro Jahr tausende Narkosen durch Anästhesistinnen und Anästhesisten für ambulante Operationen in Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren.

Kanzleramtsminister Helge Braun, von Hause aus selbst Anästhesist und Intensivmediziner, sagte anlässlich des Jahrestages: „Wer heute operiert werden muss, der kann sich darauf verlassen, dass er das unter bester Betreuung, unter Schutz von Leib und Leben und mit dem wichtigen Aspekt der Schmerzfreiheit erledigen kann.“

BDA und DGAI haben in einer im September aufgezeichneten Fernsehshow an 175 Jahre Narkose erinnert. Die Sendung ist auf der Homepage der DGAI abrufbar. Wegen der Corona-Pandemie mussten andere mögliche Festveranstaltungen leider ausfallen, bedauern der Berufsverband und die Fachgesellschaft.