Modifizierbare Ziele für die Primärprävention von Darmkrebs

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Epidemiologische Studien haben Lebensstil und andere Faktoren mit einem Risiko für Darmkrebs in Verbindung gebracht. Eine neue Studie untersuchte nun den Zusammenhang zwischen potenziell modifizierbaren Risikofaktoren und Darmkrebs.

Dabei wurde ein Zufallswirkungsmodell verwendet, um die Beziehung zwischen 39 potenziell veränderbaren Risikofaktoren und Darmkrebs bei 26.397 Patienten mit Darmkrebs und 41.481 Menschen ohne Darmkrebs zu untersuchen. Das Modell bediente sich genetischer Varianten als Instrumente via mendelscher 2-Stichproben-Randomisierung, um Verzerrungen zu begrenzen. Die Autoren berechneten die OR je genetisch vorhergesagtem Anstieg der SD-Einheiten für jeden mutmaßlichen Risikofaktor (ORSD).

Die Auswertungen ergaben keine mutmaßlichen Risikofaktoren, die signifikant mit einem Darmkrebsrisiko assoziiert waren. Jedoch wurden Hinweise auf folgende Assoziationen mit erhöhtem Risiko gefunden: genetisch vorhergesagter Körperfettanteil (ORSD 1,14; 95%-KI 1,03–1,25; p=0,0086), BMI (ORSD 1,09; 95%-KI 1,01–1,17; p=0,023), Taillenumfang (ORSD 1,13; 95%-KI 1,02–1,26; p=0,018), Grundumsatz (ORSD 1,10; 95%-KI 1,03–1,18; p=0,0079) sowie Konzentrationen von LDL-Cholesterin (ORSD 1,14; 95%-KI 1,04–1,25; p=0,0056), Gesamtcholesterin (ORSD 1,09; 95%-KI 1,01–1,18; p=0,025), zirkulierendem Serum-Eisen (ORSD 1,17; 95%-KI 1,00–1,36; p=0,049) und Serum-Vitamin-B12 (ORSD 1,21; 95%-KI 1,04–1,42; p=0,016).

Außerdem wurde auch ein Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen der Körpergröße und einem erhöhten Darmkrebsrisiko festgestellt (ORSD 1,04; 95%-KI 1,00–1,08; p=0,032). Schließlich lieferte eine niedrige Selenkonzentration im Blut einen Hinweis auf eine Assoziation mit einem verringerten Darmkrebsrisiko (ORSD 0,85; 95%-KI 0,75–0,96; p=0,0078), ebenso wie auch die Plasmakonzentration der Interleukin-6-Rezeptor-Untereinheit alpha (ORSD 0,98; 95%-KI 0,96–1,00; p=0,035).

Fazit
Es konnten mehrere Angriffspunkte für eine Primärprävention von Darmkrebs identifiziert werden, einschließlich Lebensstil, Fettleibigkeit und kardiometabolische Faktoren. (bi)

Autoren: Cornish AJ et al.
Korrespondenz: Alex J Cornish; [email protected]
Studie: Modifiable pathways for colorectal cancer: a mendelian randomisation analysis
Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2020;5(1):55–62.
Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(19)30294-8