Molekulare Profilerstellung für präzisere Prognose und Therapie21. November 2018 Foto: © science photo – Fotolia.com Meningiome sind meist gut zu behandeln. Es gibt aber einige Subtypen mit sehr aggressivem Verlauf und hoher Rezidivrate. Forscher der MedUni Wien und des AKH Wien konnten nun zeigen, dass eine spezielle Form der molekularen DNA-Analyse dabei helfen kann, die Prognose besser abzuschätzen und die Therapie besser zu planen. Meningiome wachsen meist langsam und bilden keine Metastasen aus. Meist reicht es aus, sie chirurgisch zu entfernen. Es gibt aber auch sehr aggressive Subtypen, die eine schlechte Prognose haben und ein anderes Therapiekonzept nötig machen: Der Operation folgt bei solchen Fällen häufig eine Strahlentherapie. Die Therapie mit Medikamenten spielt bei der Behandlung von Meningiomen bislang eine untergeordnete Rolle, wäre aber eine wichtige Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten bei aggressiven Fällen. In internationalen Studien unter Beteiligung der MedUni Wien haben Forscher jüngst eine Methode entwickelt, die die Diagnose der Subtypen wesentlich verbessert. Dabei werden bestimmte genetische Mutationen mit Methylierungsmustern der DNA verglichen. Durch die Methylierung werden bestimmte Abschnitte der DNA aktiviert oder deaktiviert, das heißt, dass das Verhalten von Zellen gesteuert wird, ohne dass die Erbsubstanz selbst verändert wird. Die Forschergruppe um Prof. Matthias Preusser, Onkologe an der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Leiter der Central Nervous Tumor Unit (CCC-CNS), hat diese Ergebnisse nun in einer aktuellen Arbeit mit eigenen Daten überprüft und bestätigt sie. Die dafür nötigen Gewebeproben stammen aus der Neuro-Biobank des Klinischen Instituts für Neurologie der MedUni Wien und des AKH Wien. „Wir konnten bestätigen, dass genetische Analysen wie die Bestimmung und der Vergleich bestimmter Mutationen und Methylierungsmuster eine verlässliche Form darstellen, den Subtypus eines Meningioms zu bestimmen. Damit ist eine präzisere Prognose möglich als mit der herkömmlichen histologischen Klassifizierung”, sagte Anna Sophie Berghoff, Klinische Abteilung für Onkologie der MedUni Wien und des AKH Wien. Aufbauend auf den aktuellen Ergebnissen ihrer Arbeit organisieren Preusser und sein Team nun eine internationale Therapiestudie. Dabei soll geprüft werden, ob die genetische Analyse und daraus resultierende molekulare Profile auch Ansätze für zielgerichtete, medikamentöse Therapiekonzepte bieten. Preusser: „Zurzeit spielt die medikamentöse Behandlung eine untergeordnete Rolle bei der Therapie von Meningiomen. Die Identifizierung von Zielstrukturen für zielgerichtete Medikamente könnte daher neue Therapieansätze für diese Erkrankung erschließen.“
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