Molekulare zielgerichtete Krebstherapien: Knapp ein Drittel nutzt erheblich

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Weniger als ein Drittel der kürzlich in den USA zugelassenen molekular zielgerichteten Krebstherapien weist bei der Zulassung einen erheblichen Nutzen für die Patienten auf, wie Ergebnisse einer aktuellen Kohortenstudie belegen. Das Team um Dr. Ariadna Tibau von der Harvard Medical School in Boston, USA, hatte sich des Themas aufgrund der oft sehr hohen Kosten personalisierter Therapien angenommen.

In ihrer Kohortenstudie analysierten sie alle Genom-spezifischen Krebsmedikamente, die zwischen dem 01.01.2015 und dem 31.12.2022 von der FDA zugelassen wurden. Aus den Fachinformationen und Studienberichten der FDA wurden die wichtigsten Merkmale der zentralen Studien extrahiert, einschließlich der bewerteten Outcomes.

Die Stärke der Evidenz, welche die molekulare Angreifbarkeit stützt, wurde anhand der ESCAT bewertet, der klinische Nutzen für ihre zugelassenen Indikationen anhand der ESMO-MCBS. Ein erheblicher klinischer Nutzen wurde als Grad A oder B für kurative Absicht und 4 oder 5 für nicht kurative Absicht definiert. Zielmoleküle, die für die ESCAT-Kategorie-Stufe I-A und I-B mit erheblichem klinischen Nutzen laut ESMO-MCBS qualifizierten, wurden als Genom-basierte Krebstherapien mit hohem Nutzen eingestuft.

Insgesamt 50 molekular zielgerichtete Medikamente für 84 Indikationen konnten die Wissenschaftler analysieren. Dabei wurden 45 Indikationen (54%) auf Grundlage wichtiger Studien der Phase I oder II zugelassen, 45 (54%) durch 1-armige Zulassungsstudien unterstützt und 48 (57%) auf Grundlage von Subgruppenanalysen zugelassen.

Nach den einzelnen Indikationen betrachtet handelte es sich bei 46/84 primären Endpunkten (55%) um die ORR (mediane ORR 57%; IQR 40–69; mediane Ansprechdauer 11,1 Monate; IQR 9,2–19,8). Unter den 84 Zulassungsstudien, die diese 84 Indikationen unterstützten, hatten 38 Studien (45%) eine ESCAT I-A und 32 (38%) eine I-B Angreifbarkeit. Insgesamt hätten 24/84 Studien (29%) gemäß ESMO-MCBS einen erheblichen klinischen Nutzen gezeigt, bilanziert das Team. Kombiniere man diese Bewertungen, seien 24/84 Indikationen (29%) mit Genom-basierten Krebstherapien mit hohem Nutzen assoziiert.

Fazit
Systeme für den Nutzen wie die Magnitude of Clinical Benefit Scale (MCBS) und die European Society for Medical Oncology (ESMO) Scale for Clinical Actionability of Molecular Targets (ESCAT) könnten Ärzten, Patienten und Kostenträgern dabei helfen, Therapien mit dem größten klinischen Potenzial zu identifizieren, raten die Autoren. (sf)

Autoren: Tibau A et al.
Korrespondenz: Aaron S. Kesselheim; [email protected]
Studie: Clinical Value of Molecular Targets and FDA-Approved Genome-Targeted Cancer Therapies
Quelle: JAMA Oncol 2024;10(5):634–641.
Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2024.0194