Monatliche Vitamin-D-Supplementierung und kardiovaskuläre Erkrankungen27. September 2017 © Michail Petrov – fotolia.com Die monatliche Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin D beugte in einer aktuellen Studie kardiovaskulären Erkrankungen nicht vor. Ob dies bei einer täglichen oder wöchentlichen Dosierung anders aussieht, müssten weitere Studien zeigen, kommentieren die Forscher um Prof. Robert Scragg ihren Befund. In der doppelblinden Vitamin- D-Assessment-Studie waren 5110 Patienten (Alter: 50–84 Jahre) neuseeländischer Hausarztpraxen für die Gabe von Vitamin D3 (n=2558) oder Placebo (n=2552) randomisiert worden, 5108 gingen in die primäre Analyse ein (Rekrutierung 05.04.2011–06.11.2012, Nachbeobachtung bis Juli 2015). Die orale Vitamin-D3-Dosis betrug initial 200.000 IU, einen Monat später gefolgt von monatlichen Dosen von 100.000 IU, oder Placebo für einen mittleren Zeitraum von 3,3 Jahren (Spanne 2,5–4,2 Jahre). Als primären Endpunkt hatten Scragg und seine Kollegen die Zahl der Teilnehmer mit neu auftretender kardiovaskulärer Erkrankung und Tod definiert, darunter eine präspezifizierte Subgruppe aus Teilnehmern mit Vitamin-D-Defizienz, die eingangs saisonal bereinigte 25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D]-Spiegel <20 ng/ml hatten. Sekundäre Endpunkte waren Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Hypertonie, Arrhythmien, Arteriosklerose, Schlaganfall und Venenthrombosen. Wie die Analyse zeigt, lag das mittlere (Standardabweichung, SA) Alter bei 65,9 (8,3) Jahren, 2969 Teilnehmer (58,1 %) waren männlich und 4253 (83,3 %) europäischer/anderer ethnischer Herkunft, die übrigen hatten polynesische oder südasiatische Wurzeln. Eingangs lag der mittlere (SA) saisonal bereinigte 25(OH)D Spiegel bei 26,5 (9,0) ng/ml, wobei 1270 Teilnehmer (24,9 %) Vitamin-D-defizient waren. In einer Stichprobe mit 438 Personen lag der mittlere 25(OH)D-Spiegel während des Follow-up in der Vitamin-D-Gruppe um mehr als 20 ng/ml höher als in der Placebogruppe. Den primären Endpunkt einer CVD sahen die Forscher bei 303 Teilnehmern (11,8 %) in der Vitamin-D-Gruppe und 293 (11,5 %) in der Placebo-Gruppe. Dies führte zu einer adjustierten Hazard Ratio von 1,02 (95%-KI 0,87–1,20). Die Ergebnisse für Teilnehmer mit eingangs bestehender Vitamin-D-Defizienz und für die sekundären Endpunkte fielen ähnlich aus. Autoren: Scragg R et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Effect of Monthly High-Dose Vitamin D Supplementation on Cardiovascular Disease in the Vitamin D Assessment Study: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Cardiol 2017;2(6):608–616. Web: dx.doi.org/10.1001/jamacardio.2017.0175