Morbus Crohn: Symptomatik variiert je nach Krankheitsverlauf und demografischen Merkmalen

NEW YORK (Biermann) – Patienten mit Morbus Crohn leiden unter einer Vielzahl von Symptomen, die ihr Leben erheblich beeinträchtigen. US-amerikanische Forschende wollten daher die häufigsten und folgenreichsten Symptome bei M. Crohn ermitteln und außerdem Faktoren identifizieren, die mit einer höheren Krankheitslast bei M. Crohn einhergehen.

Zu diesem Zweck führten die Wissenschaftler Interviews mit erwachsenen M.-Crohn-Patienten, um herauszufinden, welche Probleme sich am stärksten auf ihr Leben auswirkten. Anschließend analysierten die Studienautoren in einer Querschnittsstudie mit M.-Crohn-Patienten die Prävalenz und relative Bedeutung dieser Symptome und Themen. Weiterhin ermittelten sie die demografischen Faktoren, die mit einer höheren Krankheitslast assoziiert waren. Insgesamt 16 M.-Crohn-Patienten machten 792 direkte Angaben zu ihrer symptomatischen Belastung. An der Querschnittsstudie nahmen 403 Probanden mit M. Crohn teil.

Die symptomatischen Schwerpunkte mit der höchsten Prävalenz bei einem M. Crohn waren gastrointestinale Probleme (93,0 %), Fatigue (86,4 %), Ernährungs­einschränkungen (77,9 %) und Schlafstörungen oder Tagesmüdigkeit (75,6 %). Die symptomatischen Parameter, die sich am stärksten auf das Leben der Patienten auswirkten (Skala 0–4), betrafen insbesondere Fatigue (1,82), Schlafstörungen oder Tagesmüdigkeit (1,71), Magen-Darm-Probleme (1,66) und Ernährungseinschränkungen (1,61). Die Prävalenz der genannten Hauptsymptome war dabei stark mit einer höheren Anzahl weicher Stühle pro Tag, einer größeren Anzahl von Stuhlgängen pro Tag, Arbeitsversäumnissen, dem Beschäftigungs- und Behindertenstatus und einer Perianalerkrankung assoziiert.

Somit leiden M.-Crohn-Patienten laut Angaben der US-amerikanischen Studienautoren unter zahl­reichen Symptomen, die ihr tägliches Leben stark beeinträchtigen können. Diese Krankheitsmerkmale, von denen einige immer noch viel zu wenig bekannt sind, variieren je nach Erkrankungsform und demografischen Merkmalen und sollten daher als mögliche Ziele für zukünftige therapeutische Maß­nahmen herangezogen werden. (je)

Autoren: Varma A et al.
Korrespondenz: Chad Heatwole; [email protected]
Studie: Patient-Reported Impact of Symptoms in Crohn‘s Disease
Quelle: Am J Gastroenterol 2022;117(12):2033–2045.
doi: 10.14309/ajg.0000000000001954