Morbus Menière: Populationsbasierte Zahlen zur Inzidenz23. Februar 2018 Foto: © Stasique – Fotolia.com Eine aktuelle epidemiologische Studie hat die Inzidenzrate von Morbus Menière evaluiert und die Merkmale der Krankheitsfälle beschrieben. Unter Morbus Menière versteht man eine Erkrankung des Innenohrs, die typischerweise mit wiederholten akuten Episoden von Schwindel, Hörverlust und Tinnitus einhergeht. Das Krankheitsbild wurde erstmals 1861 von Prosper Menière beschrieben und nach ihm benannt. Yamakawa und Hallpike berichteten im Jahr 1938 über die vergrößerten Räume im Innenohr betroffener Patienten. In den Industrienationen wird die Häufigkeit mit etwa 1:1000 angegeben. Epidemiologen der Universität Basel haben in einer retrospektiven, populationsbasierten Follow-up-Studie und einer geschachtelten Fall-Kontroll-Analyse die Inzidenzrate des Morbus Menière evaluiert und die Merkmale von MM-Fällen beschrieben. Außerdem verglichen sie die Fälle mit Kontrollpatienten ohne MM-Diagnose. Die Daten zur Untersuchung stammten aus der UK-basierten Clinical Practice Research Datalink. Es wurden Patienten im Alter zwischen 18 und 79 Jahren identifiziert, die zwischen Januar 1993 und Dezember 2014 mit MM diagnostiziert wurden. Die Autoren stellten die Inzidenzrate von mit Betahistin behandelten MM-Fällen fest. In der geschachtelten Fall-Kontroll-Analyse wurden jedem MM-Fall 4 Kontrollen zugeordnet, passend nach Geschlecht, Alter und weiteren Parametern. Zur Findung des Signifikanzwertes wurde ein Chi-Quadrat-Test durchgeführt, um die Prävalenzen zwischen Fällen und Kontrollen bezüglich Demografie, Komorbiditäten und Komedikationen vergleichen zu können. Die Autoren identifizierten 5508 Fälle von Morbus Menière sowie 22.032 Kontrollen (65,4 % Frauen). Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der MM-Diagnose betrug 55,4±13,7 Jahre. Die allgemeine Inzidenzrate für Morbus Menière liegt demnach im UK bei 13,1 pro 100.000 Patientenjahren. Depressionen, affektive Störungen, Schlafstörungen, Angstsymptomatiken und Migräne traten unter den MM-Fällen häufiger auf als unter den Kontrollen. (am) Quelle: Bruderer et al. Population-Based Study on the Epidemiology of Ménière‘s Disease. Audiol Neurootol. 2017;22(2):74-82.
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