Morgens oder abends? Zeitpunkt der Einnahme spielt bei Antihypertensiva keine Rolle13. Januar 2023 © Photographee.eu – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer prospektiven, randomisierten, offenen, Endpunkt-verblindeten Studie TIME gingen britische Forscher der Frage nach, ob der Einnahmezeitpunkt von Antihypertensiva eine Rolle in Bezug auf das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse spielt. Ausgewertet wurden die Daten von insgesamt 21.104 Teilnehmern, die ihre übliche antihypertensive Medikation entweder zwischen 6 und 10 Uhr (n=10.601) oder zwischen 20 und 0 Uhr (n=10.503) einnahmen. Studienteilnehmer waren Hypertoniker, die mit ≥1 Bluthochdruckmedikament behandelt wurden (Durchschnittsalter bei Studieneintritt 65,1 ±9,3 Jahre; 57,7% männlich; 90,5% weiß). Bei 2725 (13%) lag eine frühere Herz-Kreislauf-Erkrankung vor. Nach dem Zufallsprinzip (1:1) und ohne Einschränkung, Schichtung oder Minimierung der Einnahme aller ihrer üblichen blutdrucksenkenden Medikamente wurden die Probanden entweder der morgendlichen oder abendlichen Einnahmegruppe zugeteilt. Der zusammengesetzte primäre Endpunkt (vaskulärer Tod oder Krankenhausaufenthalt wegen eines nichttödlichen Myokardinfarktes oder nichttödlichen Schlaganfalls) wurde als die Zeit bis zum ersten Auftreten eines Ereignisses in der Intention-to-Treat-Population bewertet. Ermittelt wurde er anhand von Teilnehmerberichten oder durch Verknüpfung mit Datensätzen des Nationalen Gesundheitsdienstes. Ein Ausschuss, der gegenüber der Behandlungszuweisung maskiert war, beurteilte den Endpunkt. Am Ende der Studie hatten sich 529 (5,0%) Teilnehmer der Abendgruppe und 318 (3,0%) der Morgengruppe aus allen Nachbeobachtungen zurückgezogen. Ein primäres Endpunktereignis trat bei 362 (3,4%) der Teilnehmer auf, die der abendlichen Behandlung zugewiesen worden waren (0,69 Ereignisse/100 Patientenjahre; 95%-KI 0,62–0,76), und bei 390 (3,7%), die der morgendlichen Behandlung zugewiesen worden waren (0,72 Ereignisse/100 Patientenjahre; 95%-KI 0,65–0,79; unbereinigte HR 0,95; 95%-KI 0,83–1,10; p=0,53). Die TIME-Studiengruppe stellte keine Sicherheitsbedenken fest. Fazit Die Auswertung der Daten ergab keinen Einfluss der Tageszeit. Den Studienautoren zufolge sollte Patienten daher geraten werden, ihre Medikation zu einem individuellen Zeitpunkt einzunehmen, der unerwünschte Symptome minimiert. (ah) Autoren: Mackenzie IS et al. Korrespondenz: Thomas M MacDonald; [email protected] Studie: Cardiovascular outcomes in adults with hypertension with evening versus morning dosing of usual antihypertensives in the UK (TIME study): a prospective, randomised, open-label, blinded-endpoint clinical trial Quelle: Lancet 2022;400(10361):1417–1425. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)01786-X
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