Mpox: Klinische Merkmale bei Frauen und nichtbinären Personen

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Eine Fallberichtstudie des Erstautors John Thornhill von der Queen Mary University of London (Großbritannien) offenbarte, dass die klinischen Merkmale einer Mpox-Infektion bei Frauen und nichtbinären Personen denen von Männern ähneln. Die Wissenschaftler beschreiben in ihrer Studie im Detail die epidemiologischen und klinischen Merkmale von Mpox-Infektionen bei Cis- und Transgender-Frauen sowie nichtbinären Personen, denen bei der Geburt weibliches Geschlecht zugewiesen wurde.

Die Forschenden kontaktierten für ihre Studie weltweit Ärzte an Orten mit hohen Mpox-Infektionszahlen. Die teilnehmenden Ärzte erstellten de-identifizierte strukturierte Fallberichttabellen und passten sie um Variablen an, die für Frauen und nichtbinäre Personen relevant sind.

Insgesamt konnten so die Daten von 136 Patientinnen mit Mpox-Infektion erhalten werden, die sich zwischen dem 11. Mai und dem 4. Oktober 2022 in 15 Ländern bei Ärzten vorstellten. Das mediane Gesamtalter betrug 34 Jahre (Interquartilabstand [IQR] 28–40; Spannweite [R] 19–84). Die Kohorte umfasste 62 Trans- und 69 Cis-Frauen sowie 5 nichtbinäre Personen, die mit Cis-Frauen zu einer Kategorie zusammengefasst wurden, von denen 121 (89%) angaben, Sex mit Männern gehabt zu haben.

Von den Infizierten waren 37 (27%) auch HIV-positiv, wobei der Anteil bei Trans-Frauen höher war als bei Cis-Frauen und nichtbinären Personen (50% bzw. 8%). Eine sexuelle Übertragung von Mpox wurde bei 55 (89%) der Trans-Frauen und 45 (61%) der Cis-Frauen und nichtbinären Personen vermutet.

Eine mögliche Übertragung, die nicht sexuell erfolgte (häusliche und berufliche Exposition), meldeten die Ärzte nur für Cis-Frauen und nichtbinäre Personen. Bei 25 (34%) von 74 Cis-Frauen und nichtbinären Personen erfolgte eine falsche Erstdiagnose.

Die klinischen Daten offenbarten bei 124 (93%) Patientinnen einen Ausschlag, der bei 95 (74%) als anogenital und bei 105 (87%) als vesikulopustulös beschrieben wurde. Die mediane Anzahl der Läsionen pro Patientin betrug 10 (IQR 5–24; R 1–200). Bei 65 (55%) von 119 Infizierten traten Schleimhautläsionen der Vagina, des Anus, des Oropharynx oder des Auges auf. Vaginaler und analer Sex war an diesen Stellen mit Läsionen assoziiert.

In allen 14 getesteten Proben konnte mittels PCR Mpox-DNA in Vaginalabstrichproben nachgewiesen werden. Insgesamt mussten 17 (13%) Patientinnen aufgrund bakterieller Superinfektion von Läsionen und zur Schmerztherapie ins Krankenhaus eingeliefert werden. In der Studienkohorte gab es keine Todesfälle, 33 (24%) Infizierte erhielten Tecovirimat und 6 (4%) eine postexpositionelle Impfung.

Fazit
Die klinischen Merkmale von Mpox bei Frauen und nichtbinären Personen ähnelten denen, die bei Männern beschrieben wurden, einschließlich des Vorhandenseins von analen und genitalen Läsionen mit ausgeprägter Schleimhautbeteiligung. Die Prävalenz von HIV-Koinfektionen in der Kohorte war hoch. (sh)

Autoren: Thornhill JP et al.
Korrespondenz: Chloe Orkin; [email protected]
Studie: Human monkeypox virus infection in women and non-binary individuals during the 2022 outbreaks: a global case series
Quelle: Lancet 2022;400(10367):1953–1965.
Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)02187-0