mRNA-Kongress 2022 resümiert13. Mai 2022 Foto: © kasto – stock.adobe.com Mit dem mRNA-Kongress 2022 am 02.04.2022 bot BioNTech Ärzt:innen und Apotheker:innen unter dem Motto „COVID-19 im Fokus der Wissenschaft“ eine fachbereichsübergreifende Plattform zum wissenschaftlichen und transparenten Informationsaustausch. Der digitale Kongress fand bereits im zweiten Jahr in Folge zur Förderung des interdisziplinären Austauschs zum Thema COVID-19 in Deutschland statt. So standen neben immunologischen Updates zu SARS-CoV-2, Real-World-Evidence-Daten und die COVID-19-Impfung im Kindesalter im Fokus. So unterschiedlich die Beiträge auch waren, so waren sich die Expertenen auf Basis der aktuellen Studienlage einig, dass Auffrischungsimpfungen erforderlich sein können, um einen ausreichenden Schutz gegen das Virus sicher zu stellen. BioNTech fördert erneut interdisziplinären Austausch auf dem COVID-19-Kongress Der mRNA-Kongress 2022 von BioNTech bot Ärzten und Apothekern eine Plattform für einen interdisziplinären Austausch rund um COVID-19 und die mRNA-Technologie. Die Teilnahme am Kongress wurde mit 6 Fortbildungspunkten zertifiziert. Besondere Schwerpunkte lagen neben der Immunologie auf den Bereichen Pädiatrie und Real-World-Evidence-Daten. Das Kongressprogramm wurde auf zwei Bühnen aufgeteilt: Auf der Open Stage wurden aktuelle Themen der COVID-19- Forschung und Impfpraxis durch geladene Referenten präsentiert. Auf der BioNTech Stage referierten Mitarbeiter über die präklinische Entwicklung der COVID-19-mRNA Impfstoffkandidaten und prädiktive Analysemethoden von besorgniserregenden Virusvarianten. „Wir haben heute gelernt, wie wichtig die Impfung in den letzten zwei Jahren war und dass uns die Impfung den Weg aus der Pandemie geebnet hat“, resümierte Dr. Markus Frühwein, Allgemein- und Reisemediziner und Leiter einer Gemeinschaftspraxis, der durch den Kongress führte. „Der umfassende Überblick über die aktuell verfügbaren Daten, zog sich als roter Faden durch den Kongress. Diese Daten zeigen unter anderem die Notwendigkeit der dritten Impfung auf – sei es als langfristiger Schutz, als Schutz vor Mortalität, oder vor Aufnahme in der Intensivstation.“ Lernen aus vergangenen Pandemien Die digitale Veranstaltung wurde durch den medizinhistorischen Überblick von Prof. Dr. Tobias Welte, Direktor für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, zu Infektionskrankheiten und Pandemien in der Geschichte der Menschheit eingeleitet. In seiner Keynote-Präsentation stellte Prof. Dr. Welte anschaulich dar, welche Pandemien es bisher gab und zu welchen wichtigen Erkenntnissen jede einzelne geführt hat. Insbesondere die Identifikation bakterieller und viraler Erreger sowie die Entwicklung entsprechender Impfstoffe und antibakterieller bzw. antiviraler Therapien konnten aus der Infektionsgeschichte der Menschheit abgeleitet werden. Als Errungenschaft im Rahmen der COVID-19- Pandemie wurde die Entwicklung mRNA-basierter Impfstoffe gegen COVID-19 hervorgehoben. Prof. Dr. Welte unterstrich die Unterschiede in den Verläufen der Omikron-Welle im Vergleich zur Verbreitung des Wildtyp-Virus zu Beginn der Pandemie, infolge der jetzt verfügbaren Impfstoffe und Therapien. Aktuell sei eine Verschiebung bei den Hospitalisierungs- und Mortalitätsraten von „aufgrund COVID-19 hospitalisiert/verstorben“ zu „mit COVID-19 hospitalisiert/verstorben“ zu beobachten. Prof. Dr. Welte schloss seine Präsentation mit den Worten: „Wir haben für eine schwere Pandemie […] effektive Impfstoffe in kürzester Zeit entwickelt. Es ist toll, im 21. Jahrhundert zu leben.“ Immunologie-Symposium verdeutlicht Effektivität der Impfung mit mRNA-Impfstoffen Auf der Open Stage befasste sich das Symposium „Immunologie“ mit der Immunantwort nach COVID-19 bzw. -Impfung im Allgemeinen (Prof. Dr. Carsten Watzl, Direktor der Immunologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung), mit dem Thema Auffrischungsimpfungen (PD Dr. Christoph Spinner, Infektiologe, Oberarzt und Pandemiebeauftragter am Klinikum rechts der Isar) sowie der Impfung von immundefizienten Personen im Besonderen (Prof. Dr. Dr. Sven Meuth, Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Düsseldorf). Vorgestellt wurde die Wirksamkeit der Impfung mit mRNA-Impfstoffen als Schutz vor schwerer Erkrankung und Mortalität sowie der additive Effekt der Auffrischungsimpfung zum Schutz vor Erkrankung und schweren Verläufen durch Varianten des Corona-Virus wie z. B. der Omikron-Variante. Durchbruchsinfektionen sind anhand des derzeitigen Kenntnisstandes durch die schützende Grundimmunität mit einer geringen Sterberate assoziiert. Besonders Risikopopulationen wie Patienten mit Immunschwäche und Transplantationspatienten könnten von individualisierten Impfstrategien profitieren. Erfahrungen aus der Praxis deuten auf Schutz vor post-COVID-Erkrankung hin Das Symposium „Real-World-Evidence-Daten“ lieferte einen Überblick über die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung aller derzeit zugelassenen COVID19-Impfstoffe (Prof. Dr. Clara Lehmann, Leiterin der Infektionsambulanz am Universitätsklinikum Köln) sowie einen Überblick über die Evolution von SARS-CoV-2 (Dr. Martin Stürmer, Virologe und Laborleiter IMD Labor Frankfurt am Main). Die Experten waren sich hier einig, die mRNA-Impfstoffe erwiesen sich bisher insgesamt als wirksam und sicher und verringern das Risiko einer Post-COVID-19-Erkrankung. Aufgrund der bisherigen Evolution von SARS-CoV-2 sei zudem davon auszugehen, dass neue Varianten entstehen werden und ein sorgfältiges Monitoring und eine Anpassung der Impfstoffe weiterhin von großer Bedeutung für die Rückkehr in die Normalität sein werde. Real-World-Evidence-Daten bei Kindern Pädiatrische Aspekte von COVID-19 und der COVID-19-Impfung wurden im dritten Symposium vermittelt. Prof. Dr. Philipp Henneke, Leiter der Pädiatrischen Infektiologie und Rheumatologie der Uniklinik Freiburg, referierte zu Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen. Er berichtete, dass bei Kindern und Jugendlichen nur sehr selten schwere inflammatorische Syndrome und Long-COVID auftreten. Eine Ausnahme bilden weibliche Jugendliche, bei denen Long-COVID häufiger beobachtet wird und sich meist durch unspezifische Symptome äußert. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Martina Prelog, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Würzburg, Studiendaten der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe bei Kindern vor. Sie resümierte, dass die zugelassenen COVID-19-Impfstoffe auch für die Impfung von Kindern wirksam und sicher sind. Daten aus der praktischen Anwendung bei Kindern, präsentiert durch Prof. Dr. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, zeigten, dass die Impfung mit aktuell zugelassenen Impfstoffen auch Kinder effektiv vor schweren Verläufen und Hospitalisierung schützen kann. Mögliche zukünftige SARS-CoV-2-Varianten erfordern angepasste Impfstrategie Der Kongress schloss mit einem Ausblick durch Prof. Dr. Emil C. Reisinger, Infektiologe und Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock. Prof. Dr. Reisinger stellte die Entwicklung der verschiedenen SARS-CoV-2-Varianten seit Beginn der Pandemie dar. Basierend auf diesen Daten referierte er zu einem erwarteten Plateau der Omikron-Infektionen im April 2022 und der Wahrscheinlichkeit neuer Virusvarianten in der Zukunft. Betont wurde in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit der Entwicklung von Varianten-basierten Impfstoffen sowie die Anpassung der Impfstrategie als heterologe Kombination von verschiedenen Varianten-adaptierten COVID-19- Impfstoffen. In diesem Zusammenhang erwies sich die Auffrischungsimpfung bisher als wichtige Präventionsmethode eines schweren Verlaufs der COVID-19-Erkrankung.
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