MRSA: Photodynamische Inaktivierung8. Februar 2019 © Stanislau_V – fotolia.com Die zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika stellt eine ernste klinische Herausforderung dar. Unter den Gram-positiven Bakterien stellen dabei die Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus(MRSA)-Isolate eines der größten Probleme für eine erfolgreiche Therapie dar. Neben der Entwicklung neuer Antibiotika bedarf es daher zusätzlicher Methoden um weiterhin über ausreichend wirksame Mittel gegen Bakterien zu verfügen. Zur Vermeidung von auf der Hautoberfläche entstehenden Infektionen ist es unerlässlich, vor Behandlung oder chirurgischem Eingriff die menschliche Haut von Bakterien zu dekolonisieren. Die Photodynamische Inaktivierung von Bakterien (PIB) verwendet kationische Photosensibilisatoren, die sich an die Oberfläche der Bakterien anheften und bei Lichtbestrahlung eine reaktive Sauerstoffspezies generieren, die über oxidative Mechanismen die Bakterien abtötet. Dermatologen der Hautklinik Regensburg haben in einer aktuellen Studie einen neuen Photosensibilisator namens SAPYR zunächst in vitro gegen verschiedene Bakterienstämme getestet. Anschließend wurden ex vivo Proben von Schweinehaut als Modell zur Dekolonisierung herangezogen. Die Anzahl der viablen Bakterien wurde quantifiziert und die mitochondriale Aktivität der Hautzellen histologisch analysiert. Diese Prozedur wurde ebenso mit menschlicher Haut und Meticillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) durchgeführt. Die in vitro vorgenommenen Studien zeigten eine Reduktion aller getesteten Bakterien um 5 log10 Schritte. Auf den ex vivo untersuchten Proben der Schweinehaut reduzierte sich die Lebensfähigkeit aller getesteten Bakterien um 3 log10 Schritte. Bei der menschlichen Haut ex vivo reduzierte die PIB die Anzahl der viablen MRSA um maximal 4,4 log10 Schritte. Nach PIB zeigte die NBTC-Färbung normale mitochondrische Aktivität der Hautzellen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, so die Autoren, dass PIB effektiv und sicher Bakterien wie MRSA auf der Hautoberfläche abtötet und das Potential hat, auch in vivo für eine Dekolonisierung der Haut zu sorgen. (am)
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