MRT auch bei Patienten mit Herzschrittmachern?6. August 2018 Foto: © teracreonte – Fotolia.com Bei Patienten mit Herzschrittmachern oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) werden aufgrund von Sicherheitsbedenken häufig keine Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchungen durchgeführt, es sei denn, es handelt sich um Geräte, die bestimmte Kriterien erfüllen, sogenannte „MRT-fähige“ Geräte. Wissenschaftler des Department of Medicine-Cardiology der University of Pennsylvania berichten in ihrer aktuellen Studie, dass es bei Patienten mit nicht-MRT-fähigen Herzschrittmachern oder ICDs nach einer MRT-Untersuchung zu keinen langfristigen klinisch signifikanten unerwünschten Ereignissen kam. An der Untersuchung nahmen 1509 Patienten mit Herzschrittmacher (58%) oder ICD (42%) teil. Die Leistung der MRT lag bei 1,5 Tesla und es wurden sowohl Thorax-, als auch Nicht-Thoraxuntersuchungen durchgeführt. Bei keiner Untersuchung kam es zu einem klinisch unerwünschten Ereignis von statistischer Signifikanz. Bei 9 MRT- Untersuchungen (0,4%; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,2–0,7) startete das Gerät neu. Dieser Neustart war bei 8 von 9 Patienten vorübergehend, nur bei einem Patienten mit einem Schrittmacher mit einer Batterieleistung von weniger als einem Monat, kam es zu einer ventrikulären Leistungsminderung. Da das Gerät nicht reprogrammiert werden konnte, wurde es ausgetauscht. Die häufigste Geräteparameter-Änderung (>50% Änderung von der Ausgangseinstellung) unmittelbar nach der MRT war eine Absenkung der P-Wellenamplitude (bei 1% der Patienten). Beim Langzeit-follow-up (Ergebnisse verfügbar für 63% der Patienten) zeigte sich eine Absenkung der P-Wellenamplitude (bei 4% der Patienten), Erhöhung der Vorhofaktivierungsschwelle (4%), Erhöhung der rechtsventrikulären Aktivierungsschwelle (4%) und Erhöhung der linksventrikulären Aktivierungsschwelle (3%). Laut der Autoren waren diese Parameteränderungen nicht klinisch signifikant und erforderten keine Geräteüberprüfung oder Reprogrammierung. Autoren: Nazarian S et al. Korrespondenz: University of Pennsylvania Perelman School of Medicine, 3400 Spruce St., Founders 9, Philadelphia, PA, 19104; [email protected] Studie: Safety of Magnetic Resonance Imaging in Patients with Cardiac Devices Quelle: N Engl J Med 2017 Dec 28;377(26):2555-2564. Web: http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1604267
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