MS: Anwendung von Glatirameracetat ist mit dem Stillen vereinbar

Stillen und Medikamente einnehmen – für Mütter eine schwierige Entscheidung (Foto: © Tomsickova – stock.adobe.com)

Mutter zu werden ist für Patientinnen mit Multipler Sklerose (MS) mit schwierigen Fragen verbunden: Ist es vertretbar, die Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit weiter einzunehmen, um die Krankheit in Schach zu halten oder droht dem Kind dadurch Gefahr? Für den Wirkstoff Glatirameracetat kann eine Studie der Neurologie des Klinikums der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef Hospital Müttern diese Sorge für die Stillzeit nehmen.

Ein Vergleich zwischen Kindern, deren Mütter in der Stillzeit den Wirkstoff angewendet hatten, und solchen, die nicht damit behandelt worden waren, ergab keine wesentlichen Unterschiede in den ersten 18 Lebensmonaten der Kinder. Die Fachinformation für das Medikament wurde entsprechend angepasst.

Keine negativen Auswirkungen beobachtet

“In der Studie haben wir die Entwicklung von insgesamt 120 Kindern verglichen, deren an MS erkrankte Mütter zur Hälfte Glatirameracetat während der Stillzeit angewendet hatten”, erklärt Dr. Andrea Ciplea aus der Arbeitsgruppe von Prof. Kerstin Hellwig am RUB-Klinikum.

Beobachtet wurden in den ersten anderthalb Lebensjahren der Kinder das Körperwachstum, Entwicklungsverzögerungen sowie Antibiotikabehandlungen und stationäre Krankenhausaufenthalte. “Wir konnten keine negativen Auswirkungen durch die Anwendung des MS-Medikamentes beobachten”, erläutert Ciplea. Daraufhin wurde die Fachinformation geändert, sodass Patientinnen jetzt regulär während der Stillzeit mit dem Medikament behandelt werden dürfen.