Multiethnische Kohortenstudie: Gute Ernährung reduziert Risiko für Kolorektalkarzinome10. November 2017 © Jürgen Fälchle – fotolia.com Nachdem eine gesunde Ernährung – ermittelt mit Diet Quality Indices (DQI) – bereits hauptsächlich in Populationen von heller Hautfarbe mit einem geringeren Risiko für Kolorektalkrebs in Verbindung gebracht worden ist, hat nun eine amerikanische Arbeitsgruppe eine entsprechende Untersuchung in einer multiethnischen Kohorte untersucht. Das Ergebnis: Eine Risikosenkung ist unter diesen Umständen bei den meisten ethnischen Gruppen zu beobachten. Analysiert wurden in der Multiethnic Cohort Study 4 Indices: der Healthy Eating Index 2010 (HEI-2010), der Alternative Healthy Eating Index 2010 (AHEI-2010), der Alternate Mediterranean Diet Score (aMED) und der Dietary Approaches to Stop Hypertension Score. Ausgewertet wurden die Daten von 190.949 Afro-Amerikanern, Hawaiianern, Amerikanern japanischer Abstammung und Südamerikanern sowie Weißen. Während eines im Durchschnitt 16 dauernden Follow-up wurden 4770 Fälle eines invasiven Kolorektalkarzinomes beobachtet. Die Scores aller 4 DQI standen in einem umgekehrten Zusammenhang zum Kolorektalkrebsrisiko: Höhere Scores waren mit einem abnehmenden Kolorektalkrebsrisiko assoziiert (alle p für Trend ≤0,003). Nach einer Adjustierung ierwiesen sich diese Zusammenhänge beim AHEI-2010 und beim aMED für Frauen als nicht signifikant: Für die höchsten gegenüber den niedrigsten Quintilen lag die Hazard Ratio (HR) für die HEI-2010-Scores bei Männern bei 0,69 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,59–0,80) und bei Frauen bei 0,82 (95 %-KI 0,70–0,96). Für den AHEI-2010 betrug die HR bei Männern 0,75 (95 %-KI 0,65–0,85) und bei Frauen 0,90 (95 %-KI 0,78–1,04). Männer kamen beim aMED-Score auf eine HR von 0,84 (95 %-KI 0,73–0,97) und Frauen auf 0,96 (95 %-KI 0,82–1,13). Beim Dietary Approaches to Stop Hypertension Score schließlich betrug die HR bei Männern 0.75 (95 %-KI 0,66–0,86) und bei Frauen 0,86 (95 %-KI 0,75–1,00). Die beobachteten Zusammenhänge waren bei allen Indices beschränkt auf das linke Kolon und das Rektum. Die umgekehrten Zusammenhänge fielen bei Afro-Amerikanern stärker aus als bei den 4 übrigen ethnischen Gruppen. Autoren: Park SY et al. Korrespondenz: Song-Yi Park, University of Hawaii Cancer Center, 701 Ilalo Street, Honolulu, HI 96813, USA; [email protected] Studie: High-Quality Diets Associate With Reduced Risk of Colorectal Cancer: Analyses of Diet Quality Indexes in the Multiethnic Cohort Quelle: Gastroenterology 2017;153(2):386–394.e2. Web: www.gastrojournal.org