Muskelinvasiver Blasenkrebs: Kombinationstherapie ermöglicht Blasenerhalt

Um bei muskelinvasivem Blasenkrebs eine radikale Zystektomie zu vermeiden, erproben Forscher derzeit diverse Ansätze in klinischen Studien. Grafik: Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

Die Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab gefolgt von einer Radiochemotherapie (CRT) kann bei muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) eine wirksame blasenerhaltende Behandlung darstellen.

Das Ansprechen auf die Therapie lässt sich mittels zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) überwachen. Das zeigen die Ergebnisse der einarmigen, multizentrischen Phase-II-Studie INDIBLADE (NCT05200988), die in „Nature Medicine“ erschienen sind.

Bislang kommt beim MIBC als definitive lokale Behandlung meist die radikale Zystektomie zum Einsatz. Allerdings berge sie ein erhebliches Risiko für perioperative Komplikationen sowie gravierende Veränderungen der Miktions- und Sexualfunktion, schreiben Erstautor Jan-Jaap J. Mellema vom Netherlands Cancer Institute in Amsterdam (Niederlande) und seine Kollegen zum Hintergrund ihrer Studie. Die CRT werde als blasenerhaltende Alternative eingesetzt, sei aber in der Regel kleinen, solitären Tumoren vorbehalten.

Das Team um Mellema konnte bereits die hohe Wirksamkeit von präoperativ verabreichtem Ipilimumab (3 mg/kg) plus Nivolumab bei Patienten mit MIBC im Stadium III nachweisen. Aufgrund dieser hohen Wirksamkeit zielte die INDIBLADE-Studie darauf ab, Patienten mit MIBC im Stadium II/III (cT2–4aN0–2, n = 50) eine effektive blasenerhaltende Therapie mittels Induktionstherapie mit Ipilimumab (3 mg/kg) plus Nivolumab, gefolgt von einer CRT anzubieten.

Primärer Endpunkt erreicht

Wie die Autoren berichten, wurde der primäre Endpunkt des geschätzten ereignisfreien Überlebens mit intakter Blase (BI-EFS) nach 2 Jahren nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 28,7 Monaten bei 78 % der Patienten erreicht (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,67–0,9; p < 0,001). Zu den sekundären Endpunkten zählten das Gesamtüberleben (OS), die Sicherheit und der prädiktive Wert der ctDNA.

Das OS nach 2 Jahren beziffern die Autoren auf 96 % (95 %-KI 0,91–1). Schwere immunbedingte nachteilige Ereignisse (Grad 3/4) dokumentierten sie bei 24 % der Patienten, schwere CRT-bedingte Nebenwirkungen (Grad 3/4) bei 7 %. Das Fehlen nachweisbarer ctDNA nach der Induktionsimmuntherapie war mit dem BI-EFS assoziiert (Hazard Ratio 8,3; 95 %-KI 1,38–50,36; p = 0,02).

(sf/ms/BIERMANN)

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