Muskelinvasives Urothelkarzinom: Adjuvante Atezolizumab-Therapie könnte Patienten mit ctDNA helfen13. Mai 2024 Zellfreie DNA im Blutkreislauf. Illustration: Dr_Microbe – stock.adobe.com Eine Ad-hoc-Analyse der IMvigor010-Studie hat ergeben, dass Patienten mit muskelinvasivem Urothelkarzinom (MIUC) von einer adjuvanten Therapie mit Atezolizumab profitieren könnten, wenn bei ihnen zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) nachweisbar ist. Der Urologe Thomas Powles vom Barts Cancer Institute der Universität London (Großbritannien) und seine Kollegen präsentieren in „European Urology“ die finalen Überlebensergebnisse dieser globalen, offenen, randomisierten Phase-III-Studie in Abhängigkeit vom ctDNA-Status. In der Studie hatten die Patienten nach der radikalen Zystektomie für ≤1 Jahr Atezolizumab (1200 mg alle 3 Wochen) erhalten oder sie waren lediglich nachbeobachtet worden. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Intention-to-Treat(ITT)-Population mit auswertbaren ctDNA-Proben von Tag 1 des 1. Zyklus (C1D1). Von 581 der 809 in die Studie eingeschlossenen ITT-Patienten waren 214 (37%) ctDNA-positiv. Atezolizumab verbesserte das Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zur Beobachtung bei ITT-Patienten nicht (Hazard Ratio [HR] 0,91; 95%-KI 0,73–1,13; mediane Nachbeobachtungszeit 46,8 Monate [Interquartile Range {IQR} 36,1–53,6]). Im Beobachtungsarm war ctDNA-Positivität gegenüber -Negativität mit einem kürzeren OS verbunden (HR 6,3; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 4,3–9,3). Die ctDNA-Positivität identifizierte Patienten mit einem OS-Vorteil zugunsten von Atezolizumab gegenüber der Beobachtung (HR 0,59; 95%-KI 0,42–0,83). Eine stärkere Reduktion der ctDNA-Spiegel unter Atezolizumab am 1. Tag des 3. Zyklus (C3D1) war mit einem längeren OS verbunden (100% Clearance: 60,0 Monate [95%-KI 35,5 bis nicht schätzbar]; 50–99 % Reduktion: 34,3 Monate [95%-KI 15,2 bis nicht schätzbar]; <50% Reduktion: 19,9 Monate [95% KI 16,4–32,2]). Waren die Patienten sowohl bei C1D1 als auch bei C3D1 ctDNA-positiv, so war dies mit höherer Sensitivität mit einem Rückfall verbunden, als wenn sie nur bei C1D1 positiv waren (68% vs. 57%). Unerwünschte Ereignisse traten unter Atezolizumab häufiger auf als unter Beobachtung, unabhängig vom ctDNA-Status. Als Einschränkung nennen Powles und Kollegen das explorative Design der Studie. Daher schlussfolgern sie vorsichtig: „Es gibt Hinweise darauf, dass die ctDNA-Positivität bei MIUC einen Nutzen von Atezolizumab vorhersagt.“ In einer laufenden prospektiven Studie sollen diese Ergebnisse weiter evaluiert werden. (ms)
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