MVZ – Versorgungsmodelle zwischen Innovation und Regulierung5. Januar 2026 Foto: MQ-Illustrations/stock.adobe.com Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind umstritten, die Politik plant Regelungen. Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) referiert dazu auf dem 36. Jahreskongress des BVASK. Kurze Wege, geballte Kompetenz von vielen Ärzten, Benchmarks und eine sehr hohe Struktur-Qualität kennzeichnen für den Berufsverband für Arthroskopie (BVASK) auch die orthopädischen MVZ seit deren Gründung und Einführung. Allerdings gibt es immer noch viele politische Diskussionen, über diese Art von Versorgungsmodellen. Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien festgelegt, dass es eine Regulierung geben solle. „In der Politik will man jetzt eine Regulierung schaffen, es soll mehr Transparenz über die Eigentümerstruktur geben und der Rahmen für eine systemgerechte Verwendung der Beitragsmittel sichergestellt werden. Doch zwischen Spekulation und Versorgungsrealität klafft noch eine große Lücke“, beschreibt Stauch-Eckmann. MVZ schließen Schnittstelle zwischen ambulant und stationär Die MVZ schließen zunehmend die Schnittstelle zwischen ambulant und stationär, sie bauen eigene Operationssäle und stellen ihr Knowhow zur Verfügung. Moderne Qualitätsmessung und Ausbildungsprogramme seien selbstverständlich, schreibt der BVASK in einer Mitteilung zu Stauch-Eckmanns Vortrag. Deshalb seien gerade in der Fläche MVZ „ein unverzichtbarer Partner“. Der BVASK verweist neben den wirtschaftlichen jedoch auch auf entscheidende demografische Gründe, den MVZ einen sicheren Rahmen zu bieten. Derzeit steuert Deutschland auf eine riesige Ruhestandswelle zu. Zwischen 2026 und 2031 gehen die Babyboomer in Rente. Rund 31 Prozent aller Ärzte sind 55 Jahre oder älter. Jeder Fünfte ist 60 Jahre oder älter. Viele werden nun selbst zu Patienten. Auf der anderen Seite steht der Trend zur „Longevity“: jeder möchte gesund altern und seinen Life-Style und Sport beibehalten. Stauch-Eckmann: Staat muss vor allem Anreize setzten Bei weniger Personal sei die Bündelung der Kräfte in MVZ, wo die Patienten immer Termine erhalten, erst recht wichtig, so der BVASK. Dazu komme, dass über 60 Prozent inzwischen weibliche Medizinstudenten sind. Viele von ihnen wollten festangestellt arbeiten, abgesichert sein, regelmäßige Arbeitszeiten haben, Kinder bekommen und dann häufig Teilzeit arbeiten. Auch dies könne ein MVZ gewährleisten, beschreibt der Verband die Vorteile von MVZs aus Sicht Stauch-Eckmanns. Jungen Orthopäden, die sich dennoch mit einer Einzelpraxis selbstständig machen wollen, stünden trotzdem alle Türen offen, betont der BVASK. Der Staat müsse, so Stauch-Eckmann, vor allem Anreize setzen, um Versorgung sicherzustellen oder drohender Unterversorgung entgegenzuwirken. Von der Regierung wünschen sich die MVZ-Betreiber eine faktenbasierte Diskussion, die Umsetzung des Transparenz-Registers als Basis und einen offenen Umgang mit allen lösungsorientierten Parteien der Regulierungs-Diskussion. Der 36. Jahreskongress des BVASK findet vom 30. bis 31. Januar im Düsseldorfer Medienhafen statt.