Myokardverletzung statt Typ-2-Myokardinfarkt15. Oktober 2019 © Blue Planet Studio – stock.adobe.com Ein erheblicher Prozentsatz der Patienten, bei denen ein Typ-2-Myokardinfarkt (T2MI) diagnostiziert wurde, hat tatsächlich eine Myokardverletzung, so das Ergebnis einer neuen Studie. Beide Erkrankungen wiesen hohe 30-Tages-Raten von Rehospitalisierung und Mortalität auf. Die Einbeziehung von Patienten mit einer Hochrisiko-Myokardverletzung könne erhebliche Auswirkungen auf wertbasierte Programme haben, bilanzieren die Wissenschaftler um Dr. Cian McCarthy vom Massachusetts General Hospital. Unter Einsatz der ICD-10 hatten sie Patienten identifiziert, bei denen zwischen Oktober 2017 und Mai 2018 im Massachusetts General Hospital ein T2MI kodiert wurde. Dann erfolgte eine strikte Adjudizierung unter Verwendung der 4. universellen Definition von MI. Von den 633 Patienten waren 369 (58,3%) männlich und 514 (81,2%) weiß. Nach strikter Adjudizierung wiesen lediglich 359 (56,7%) tatsächlich einen T2MI, 265 (41,9%) eine Myokardverletzung, 6 (0,9%) einen Typ-1-MI und 3 (0,5%) eine instabile Angina pectoris auf. Wie die Autoren beobachteten, hatten Patienten mit T2MI eine höhere Prävalenz an kardiovaskulären Komorbiditäten als Patienten mit Myokardverletzung. Patienten mit T2MI und Myokardverletzung wiesen hohe Raten an Krankenhausmortalität auf (10,6% bzw. 8,7%; p=0,50). Unter den lebend entlassenen Personen (563 [88,9%]) waren die 30-Tages-Raten für Rehospitalisierung (22,7% vs. 21,1%; p=0,68) und Mortalität (4,4% vs. 7,4%; p=0,14) bei Patienten mit T2MI und Myokardverletzung vergleichbar. Fazit Bei einem erheblichen Prozentsatz der Patienten mit T2MI-Diagnose liegt tatsächlich eine Myokardverletzung vor. (sf) Autoren: McCarthy C et al. Korrespondenz: Jason H. Wasfy; [email protected] Studie: Misclassification of Myocardial Injury as Myocardial Infarction –Implications for Assessing Outcomes in Value-Based Programs Quelle: JAMA Cardiol 2019;4:460–464. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2019.0716