Nach Ärztetag-Beschluss: DGAI fordert schnelle Umsetzung von Wiederbelebungskursen an Schulen10. Juni 2025 Symbolfoto: ©kasto/stock.adobe.com Wiederbelebungsunterricht an weiterführenden Schulen? Die Delegierten des 129. Deutschen Ärztetages sprachen sich klar dafür aus. Nun fordert die DGAI von den Kultusministerien der Länder die schnelle Umsetzung in der Praxis. Der 129. Deutsche Ärztetag habe ein starkes Signal für mehr Lebensrettung gesetzt. Mit überwältigender Mehrheit (186 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen) forderte das Ärzteparlament die Kultusministerien der Länder auf, „Wiederbelebung und Erste Hilfe“ verpflichtend in die Lehrpläne der Klassen sieben bis zehn aller Schulformen aufzunehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) und das von ihr getragene Deutsche Reanimationsregister begrüßen diesen Beschluss ausdrücklich – und fordern nun die umgehende Umsetzung in die Praxis von Seiten der Kultusministerien. „Es geht um nicht weniger als Menschenleben“, macht DGAI-Präsident Prof. Gernot Marx deutlich. „Der Ärztetag hat die Dringlichkeit erkannt: Wenn wir wollen, dass mehr Menschen den plötzlichen Herztod überleben, müssen wir bei den Jüngsten ansetzen. Reanimation gehört in die Schule – nicht irgendwann, sondern jetzt.“ Laut Hochrechnungen des Deutschen Reanimationsregisters erleiden pro Jahr zirka 140.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Bei etwa der Hälfte können Rettungsdienste oder Notärztinnen und Notärzte Reanimationsmaßnahmen einleiten – am Ende überleben davon nur etwas mehr als zehn Prozent. Die Chancen zu überleben, hängen entscheidend davon ab, ob und wie schnell Menschen in der Umgebung mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. „Zwar ist die Reanimationsquote bei den Ersthelfenden in Deutschland nach unseren aktuellen Zahlen im Jahr 2024 auf immerhin knapp 55 Prozent gestiegen, aber wir sind noch weit entfernt von skandinavischen Vorbildern, die Ersthelfenden-Reanimationsquoten von über 70 Prozent erreichen“, erklärt Prof. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters. „Wir wissen aus diesen Ländern und aus unseren eigenen Daten: Jede Art von Reanimationsausbildung funktioniert – und die Kurse in der Schule bereiten die Grundlage“. Deshalb mahnen die DGAI-Fachleute: „Wir brauchen jetzt klare bildungspolitische Entscheidungen in den Ländern. Der Ärztetag hat die medizinische Expertise geliefert – nun sind die Kultusministerien in der Pflicht.“ DGAI und Deutsches Reanimationsregister fordern daher die Kultusministerkonferenz auf, den Beschluss des Ärztetages zügig umzusetzen und das Thema Reanimation dauerhaft im Schulunterricht zu verankern. Wiederbelebung müsse so selbstverständlich werden wie das Einmaleins – und fester Bestandteil schulischer Bildung in Deutschland, heißt es von ihnen.
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