Nachtschweiß gibt Hinweise auf Schweregrad einer Schlafapnoe4. Januar 2024 Foto: © New Africa/stock.adobe.com Spanische Forschende haben in einer neuen Untersuchung nach eigenen Angaben erstmals Veränderungen der Schweißproduktion bei Patienten mit Schlafapnoe genutzt, um den Schweregrad der Erkrankung zu ermitteln. Veränderungen im Stoffwechsel von Menschen mit Schlafapnoe sind entscheidend für die Bestimmung des Schweregrades der Erkrankung, wobei solche Veränderungen normalerweise im Blut oder Urin analysiert werden. Auf der Suche nach einer weniger invasiven und zugänglicheren Alternative hat ein Forscher-Team der Abteilung für Analytische Chemie der Universität Córdoba und des Instituto Maimónides de Investigación Biomédica de Córdoba (IMIBIC; Spanien) nun erstmals das Potenzial von Schweißproben zur Bestimmung des Schweregrades einer Schlafapnoe bestätigt. „Durch die Analyse des Schweißmetaboloms und seiner Veränderungen, hauptsächlich nachts, konnten wir sehen, in welchem Stadium der Krankheit sich die Patienten befanden“, erklärt Laura Castillo, die Hauptautorin der Studie. Für sie liegen die Vorteile der Verwendung von Schweiß gegenüber anderen Proben auf der Hand: „Es handelt sich um eine nichtinvasive und saubere Probe, da wir im Gegensatz zu Blut keine Proteine entfernen müssen und sich Metaboliten viel einfacher analysieren und nachweisen lassen.“ Die Wissenschaftler sammelten Schweißproben vor und nach dem Schlafen von einer Reihe von Personen mit Schlafapnoe in verschiedenen Stadien sowie von einer Kontrollgruppe, die nicht an der Erkrankung litten. In diesen Proben identifizierten die Forschenden mithilfe der Gas-Chromatographie in Verbindung mit hochauflösender Massenspektrometrie 78 Metaboliten, die hauptsächlich mit der Energieproduktion und oxidativem Stress zusammenhängen, und untersuchte deren Veränderungen. „Wir konnten sehen, wie der Schweißstoffwechsel selbst auf jene Veränderungen im Schlaf hinweist, durch die sich die Energieproduktion des Menschen verschlechtert und durch die der oxidative Stress zunimmt“, erklärt Castillo. So könne mit einer individualisierten Nachsorge anhand des Schweißes, der von einer erkrankten Person im Schlaf produziert wird, die Krankheitsentwicklung verfolgt und mögliche Auswirkungen, wie etwa kardiovaskuläre Probleme, überwacht werden. Dieses metabolische Profil ermöglichte in der Studie auch die Unterscheidung zwischen Personen, die an einer Schlafapnoe litten, und solchen, die nicht daran erkrankt waren und zur Kontrollgruppe gehörten. Diese Arbeit zeigt nicht nur, dass Schweiß ein guter Faktor bei der Bestimmung des Krankheitsstadiums ist, sondern belegt außerdem, wie wichtig es ist, den Sauerstoff-Entsättigungsindex bei der Diagnose zu berücksichtigen. Die Diagnose der Schlafapnoe basiert derzeit auf dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der nach Angaben des Teams jedoch „nicht alle Informationen über die Krankheit oder die Situation des Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt“ liefert, da er nur die Anzahl der Ereignisse pro Stunde berücksichtigt, jedoch nicht deren Schweregrad. Daher bewerteten die Autoren in ihrer Studie auch, welche Bedeutung der Einsatz des Sauerstoff-Entsättigungsindex in diesem Kontext besitzt. Er zeigt an, wie schwerwiegend die Episoden sind, indem er die Anzahl der Ereignisse misst, bei denen die Sauerstoffsättigung um mehr als drei Prozent gesunken ist. Nach Überprüfung des linearen Zusammenhangs zwischen diesem Index und dem AHI wurde seine Validität bestätigt, da er zusätzlich zu den vom AHI bereitgestellten Daten auch den Schweregrad unter Berücksichtigung des Sauerstoffsättigungsverlusts anzeigt.
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