Nächtliche Atemfrequenz und kardiovaskuläre Mortalität25. September 2019 © WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com Bei selbstständig lebenden Senioren stellt eine polysomnographisch ermittelte mittlere nächtliche Atemfrequenz (fR) ≥16 Atemzüge/min einen unabhängigen Prädiktor für die langfristige kardiovaskuläre und Gesamtmortalität dar. Das berichten die Autoren einer aktuellen Studie. Ob der nächtliche Durchschnitt der fR als Risikomarker verwendet werden könne, müsse aber in prospektiven Studien noch geklärt werden, schreiben sie. Die Forscher hatten den Durchschnitt der fR während des Schlafes in der Nacht bei 2686 Männern gemessen, die an der Osteoporotic Fractures in Men Study (MrOS) teilnahmen. Des Weiteren wurden 406 Frauen in die Analyse aufgenommen, die zu den Teilnehmerinnen der Study of Osteoporotic Fractures (SOF) gehörten. An Herz-Kreislauf-Erkrankungen verstarben 166 (6,1%) Männer in der MrOS-Kohorte (8,9 ±2,6 Jahre Follow-up) und 46 (11,2%) Frauen in der SOF-Kohorte (6,4 ±1,6 Jahre Follow-up). Die Gesamtmortalität lag bei 51,2% und 26,1% während der Nachbeobachtungszeit von 13,7 ±3,7 und 6,4 ±1,6 Jahren in der MrOS-Sleep-Studie bzw. in der SOF-Kohorte. Eine multivariable Cox-Regressionsanalyse, adjustiert im Hinblick auf signifikante Kovariaten, zeigte laut den Autoren, dass die fR (Dichotomisierung bei 16 Atemzügen/min) unabhängig mit der kardiovaskulären Mortalität assoziiert war (MrOS: HR 1,57; 95%-KI 1,14–2,15; p=0,005; SOF: HR 2,58; 95%-KI 1,41–4,76; p=0,002), ebenso wie mit der Gesamtmortalität (MrOS: HR 1,18; 95%-KI 1,04–1,32; p=0,007; SOF: HR 1,50; 95%-KI 1,02–2,20; p=0,04). Fazit Bei älteren Männern und Frauen kann die nächtliche Atemrequenz (fR) ≥16 Atemzüge/min ein unabhängiger Prädiktor für die langfristige kardiovaskuläre und Gesamtmortalität sein. (ac) Autoren: Baumert M et al. Korrespondenz: Mathias Baumert; [email protected] Studie: Mean nocturnal respiratory rate predicts cardiovascular and all-cause mortality in community-dwelling older men and women Quelle: Eur Respir J 2019;54(1):1802175. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.02175-2018