Nahrungsmittelallergie im Säuglingsalter erhöht Risiko für Asthma im Kindesalter deutlich1. August 2023 Foto: © AlcelVision – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Nahrungsmittelallergie im frühen Kindesalter ist mit einem erhöhten Risiko für Asthma und einem verminderten Lungenwachstum im Alter von sechs Jahren assoziiert, so das Ergebnis einer Studie, die vom Murdoch Children’s Research Institute in Melbourne, Australien, geleitet wurde. An der Studie nahmen 5276 Säuglinge aus der HealthNuts-Studie teil, die mit Prick-Tests auf gängige Nahrungsmittelallergene, darunter Erdnuss und Ei, und mit oralen Nahrungsmittelproben auf eine Nahrungsmittelallergie getestet wurden. Im Alter von sechs Jahren wurden die Kinder mit weiteren Lebensmittelallergien und Lungenfunktionstests untersucht. Im Alter von sechs Jahren wurde bei 13,7 Prozent der Kinder Asthma diagnostiziert. Bei Babys mit einer Nahrungsmittelallergie war die Wahrscheinlichkeit, im Alter von sechs Jahren Asthma zu entwickeln, fast viermal so hoch wie bei Kindern ohne Nahrungsmittelallergie. Am stärksten war die Auswirkung bei Kindern, deren Nahrungsmittelallergie bis zum Alter von sechs Jahren anhielt, im Gegensatz zu denjenigen, die ihre Allergie überwunden hatten. Bei Kindern mit einer Nahrungsmittelallergie war auch die Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Lungenfunktion höher. Laut Dr. Rachel Peters, Melbourne sei eine Nahrungsmittelallergie im Säuglingsalter, unabhängig davon, ob sie sich auflöst oder nicht, mit schlechteren Atemwegserkrankungen bei Kindern assoziiert. „Dieser Zusammenhang ist besorgniserregend, da ein vermindertes Lungenwachstum in der Kindheit mit Gesundheitsproblemen im Erwachsenenalter, einschließlich Atemwegs- und Herzerkrankungen, verbunden ist“, so Peters. „Die Entwicklung der Lunge hängt mit der Größe und dem Gewicht eines Kindes zusammen, und Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie können im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Allergie kleiner und leichter sein.“ Dies könne den Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelallergie und Lungenfunktion erklären. Außerdem seien ähnliche Immunreaktionen an der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien und Asthma beteiligt. „Das Wachstum von Säuglingen mit Nahrungsmittelallergien sollte überwacht werden. Wir empfehlen, dass Kinder, die aufgrund ihrer Allergie Nahrungsmittel meiden, von einem Diätassistenten betreut werden, damit die Ernährung für ein gesundes Wachstum sichergestellt werden kann.“ Prof. Shyamali Dharmage, Melbourne, ergänzte, dass die Ergebnisse den Ärzten helfen würden, die Patientenversorgung anzupassen und eine größere Wachsamkeit bei der Überwachung der Gesundheit der Atemwege zu fördern. Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie sollten von einem Facharzt für Klinische Immunologie oder Allergie betreut werden, um eine kontinuierliche Behandlung und Aufklärung zu gewährleisten. Kliniker und Eltern sollten auch auf Asthmasymptome bei Kindern mit Lebensmittelallergien achten, da ein schlecht kontrolliertes Asthma ein Risikofaktor für schwere nahrungsmittelinduzierte allergische Reaktionen und Anaphylaxie sei.
Mehr erfahren zu: "GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet" GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet Fachärzteverbände fordern angesichts der Einsparüberlegungen im ambulanten Bereich eine gerechte Lastenverteilung und warnen davor, die ambulante fachärztliche Versorgung zum Nachteil der Patienten strukturell zu schwächen.
Mehr erfahren zu: "Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie" Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie Münchener Wissenschaftler haben mit einer Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 146.000 Euro zentrale Resistenzmechanismen von Tumorzellen gegenüber CAR-T-Zellen aufgedeckt.
Mehr erfahren zu: "Entzündliches Rheuma: „Wegweisende“ Studien aus Deutschland zu neuen Immuntherapien" Entzündliches Rheuma: „Wegweisende“ Studien aus Deutschland zu neuen Immuntherapien Dass neuartige Therapien gezielt krankheitsverursachende Immunzellen bei schwer behandelbaren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ausschalten können, zeigen zwei aktuelle Studien aus Deutschland, die in „Nature Medicine“ veröffentlicht wurden.