Narkolepsie: Ketogene Ernährung und Bewegung als Therapieoption

Eine ketogene Ernährung kann bei Narkolepsie helfen. (Foto: © SewcreamStudio – stock.adobe.com)

Aktuelle Forschungsergebnisse der Universität Witten/Herdecke zeigen, dass es auch ohne Medikamente Möglichkeiten gibt, die extreme Tagschläfrigkeit bei Narkolepsie zu verbessern.

Narkolepsie ist eine chronische Schlafstörung, bei der Betroffene tagsüber plötzlich und unkontrolliert einschlafen und sich ständig müde fühlen. Diese Erkrankung kann das Leben stark beeinträchtigen.

In einer aktuellen Studie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben Forschende herausgefunden, dass sowohl eine ketogene Ernährung als auch regelmäßige körperliche Bewegung die extreme Tagschläfrigkeit bei Narkolepsie verbessern können. „Die Ergebnisse sind beeindruckend: Beide Ansätze reduzieren die Müdigkeit in einem Maß, das sonst nur mit Medikamenten erreicht wird“, erklärt Frederike Tepel, Studienkoordinatorin und Doktorandin an der UW/H.

Studienkoordinatorin und Doktorandin Frederike Tepel. (Foto: UW/H)

44 Erwachsene mit Narkolepsie haben die Studie abgeschlossen. Insgesamt sind sie zehn Wochen lang entweder einem ausgearbeiteten Trainingsprogramm mit körperlicher Bewegung gefolgt, haben sich ketogen ernährt oder sind der üblichen Behandlung gefolgt. Sowohl die Sport- als auch die Diätgruppe zeigten deutliche Verbesserungen.

Bessere Lebensqualität ohne Nebenwirkungen

Neben weniger Müdigkeit verbesserten sich auch die körperliche und geistige Lebensqualität der Teilnehmenden, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. „Eine ketogene Diät ist allerdings nicht leicht umzusetzen, vor allem im Alltag oder beim Essen mit Freunden. Auch ist sie vergleichsweise teuer“, gibt Prof. Ulf Kallweit, Inhaber der Stiftungsprofessur für Narkolepsie- und Hypersomnolenzforschung an der UW/H und Leiter der Studie, zu bedenken. Eine einfachere Alternative wäre daher eventuell eine weniger strenge, kohlenhydratarme Diät.

Die Ergebnisse  zeigen, dass Bewegung und Ernährung echte Alternativen beziehungsweise mindestens eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Behandlung sein könnten. Um diese Ergebnisse zu bestätigen und in die Praxis umzusetzen, wird weitere Forschung nötig sein.

Die Studie wurde erstmals auf dem Kongress der European Academy of Neurology 2024 in Helsinki, Finnland, präsentiert.