Nasale Biomarker für die Vorhersage der Symptomstärke bei Pollen-Allergikern und Nichtallergikern29. April 2020 ©Jürgen Fälchle – Adobe Stock Nicht nur bei Allergikern, sondern auch bei einer Untergruppe von Nichtallergikern treten im Frühjahr Symptome in der Nase auf, die auf den Kontakt mit Pollen zurückzuführen sind. Eine neue Studie zeigt, dass die Stärke der Symptome, die im Frühjahr während des Pollenflugs auftreten werden, durch Biomarker in der Nase bereits vor Beginn der Pollensaison vorhergesagt werden kann. Der Kontakt mit Pollen führt bei Allergikern zu Symptomen wie Niesen, Schnupfen und tränenden Augen. Was so trivial klingt, ist jedoch ein komplexer Zusammenhang physiologischer Prozesse. Noch sind diese nicht ausreichend erforscht, um die Entwicklung von Allergien und die Auslöser der Symptome umfassend zu verstehen. Symptome schon vor der Pollensaison vorhersagbar Eine Forschungsgruppe unter Leitung des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München (Forschungsverbund UNIKA-T) untersuchte Probanden mit durch Pollen ausgelöster allergischer Rhinitis sowie Nichtallergiker über den Zeitraum eines Jahres. Neben Ausfüllen eines täglichen Online-Symptomtagebuches wurden Blutproben und Nasenabstriche entnommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen die Immunvariablen (Zytokine, Chemokine und Pollen-spezifische Immunglobuline) im Serum und im Nasensekret während und außerhalb der Pollensaison. Dabei identifizierten sie die in der Nase befindlichen körpereigenen Botenstoffe IL-8 und IL-33 sowie die Antikörper sIgG4 und sIgE als Biomarker, also als messbare Merkmale mit Aussagekraft für biologische Prozesse. Diese Biomarker zeigen eine signifikante Korrelation mit pollenspezifischen Symptomen in der Nase (nachgewiesen über Spearman’schen Rangkorrelationskoeffizient) womit ihr Vorhandsein und ihre Ausprägung zur Vorhersage der Stärke der Symptome genutzt werden kann. Dies ist unabhängig von einer genetischen Allergiedisposition und auch bereits vor Beginn der Pollensaison sowohl bei Allergikern als auch Nichtallergikern möglich. Vielseitiger Einsatz von Biomarkern Mehmet Gökkaya, Wissenschaftler am UNIKA-T und Erstautor der Studie: „Die Identifikation von Biomarkern hilft uns in drei wesentlichen Punkten. Durch die Vorhersagbarkeit der Schwere der nasalen Symptome könnten wir diejenigen Erkrankten besser ausfindig machen, die am meisten von einer Behandlung der Krankheitsursachen profitieren. Zweitens könnten Biomarker helfen, um bei Nichtallergikern den Prozess der Allergieentwicklung verstehen und so letztlich verhindern zu können. Und drittens könnten wir mit Biomarkern diejenigen physiologischen Prozesse identifizieren, die die Krankheitssymptome im Ursprung hervorrufen. Dies wäre ein möglicher Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente.“ Wissenschaftliche Ansprechpartner:Stefanie GillesChair and Institute of Environmental Medicine, UNIKA-T, Technical University of Munich and Helmholtz Zentrum MünchenEmail: [email protected] Originalpublikation:Gökkaya et al., 2020: Defining biomarkers to predict symptoms in allergic and non-allergic subjects under natural pollen exposure. Journal of Allergy and Clinical Immunology, DOI: 10.1016/j.jaci.2020.02.037
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform" Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform Eine Neuaufstellung der Krankenhäuser in Deutschland steht eigentlich schon im Gesetz. Union und SPD bringen jetzt aber Nachbesserungen der Krankenhausreform durch.
Mehr erfahren zu: "Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor" Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor Anhaltende körperliche Beschwerden wie Erschöpfung, Magen-Darm-Probleme oder Juckreiz begleiten viele Betroffene über Monate oder Jahre und schränken ihr Leben ein. Doch wie kommt es zu einer solchen Chronifizierung von Beschwerden […]
Mehr erfahren zu: "Gegen Tierversuche: „Miss Germany“-Kandidatin züchtet Haut im Labor" Gegen Tierversuche: „Miss Germany“-Kandidatin züchtet Haut im Labor Was motiviert eine Forscherin, sich bei „Miss Germany“ zu bewerben? Amelie Reigl setzt auf Aufklärung und möchte Forschung für alle verständlich machen – auch abseits des Labors.