Nationales Ernährungsmonitoring – Bundesweite Ernährungsstudie startet

Im Rahmen des Nationalen Ernährungsmonitoring (nemo) wird untersucht, wie sich die Menschen in Deutschland ernähren und wie gut sie mit Nährstoffen versorgt sind. Symbolbild: monticellllo/stock.adobe.com

Wie ernähren sich die Menschen in Deutschland? Und welche Auswirkungen hat das auf ihre Versorgung mit bestimmten Nährstoffen? Beantworten soll das das Nationale Ernährungsmonitoring (nemo), in dessen Rahmen das Max Rubner-Institut nun eine bundesweite Studie startet.

Für Politik und Wissenschaft sind verlässliche Informationen über die Ernährungssituation der Menschen in Deutschland besonders wichtig. Mit dem Nationalen Ernährungsmonitoring (nemo) erhebt das Max Rubner-Institut darum ab April bundesweit und umfassend den Lebensmittelverzehr der deutschsprachigen Bevölkerung.

Mehr als 3.000 Personen zwischen 18 und 80 Jahren werden dabei befragt und untersucht. Die Erhebung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat durchgeführt und dient unter anderem als Basis für ernährungspolitische Entscheidungen.

Studie soll möglichst repräsentativ sein

„Wir möchten verstehen, wie sich die Menschen in Deutschland ernähren und wie gut sie mit Vitaminen und Spurenelementen tatsächlich versorgt sind“, sagt Prof. Tanja Schwerdtle, Präsidentin des Max Rubner-Instituts. „Eine Besonderheit der nemo-Studie ist die Verknüpfung von Daten zu Ernährungsverhalten und Nährstoffstatus, was uns erlaubt, die Zusammenhänge zwischen beiden Bereichen konkreter zu erforschen. So lassen sich Ernährungsempfehlungen und gesundheitsfördernde Maßnahmen noch zielgerichteter ableiten.“

Die nemo-Studie wird an 120 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Orten in Deutschland durchgeführt. Für die Auswahl dieser Orte sind unter anderem Kriterien wie die Bevölkerungsdichte in den Bundesländern und die Gemeindegrößen wichtig. Die zufällig ausgewählten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer werden aus den Adressregistern der Einwohnermeldeämter gezogen und erhalten ein Einladungsschreiben. „Die Stichprobe steht stellvertretend für alle 18- bis 80-Jährigen in ganz Deutschland“, erklärt Schwerdtle. „Damit später zuverlässige Aussagen für die Gesamtbevölkerung getroffen werden können, ist es wichtig, dass möglichst viele der Eingeladenen mitmachen.“

Essgewohnheiten und Nährstoffstatus im Fokus

Wer teilnimmt, wird persönlich und telefonisch interviewt sowie körperlich untersucht. Die Befragungen und Messungen finden größtenteils bei den Teilnehmenden zu Hause statt. Erfasst werden dabei Ernährungsgewohnheiten, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, körperliche Aktivität und Körpermaße. Über eine Blut- und eine Urinprobe wird zudem der Nährstoffstatus ermittelt, beispielsweise für Folsäure, Vitamin D, Vitamin B12, Eisen, Selen und Jod. Die Teilnehmene erhalten anschließend ihre individuellen Laborwerte und eine detaillierte Rückmeldung zu ihrem persönlichen Versorgungsstatus. Zusätzlich gibt es eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 55 Euro.

Mit ihren Daten leisten die Teilnehmenden einen wichtigen Beitrag für Forschung und Gesellschaft. Die Ergebnisse der nemo-Studie ermöglichen es, die aktuelle Ernährungssituation der Erwachsenen in Deutschland fundiert einzuordnen. Damit schließt das Nationale Ernährungsmonitoring die Datenlücke zur letzten vergleichbaren Erhebung, der Nationalen Verzehrsstudie II, die rund 20 Jahre zurückliegt.

Kontinuierliches, altersübergreifendes Monitoring

Repräsentative Daten über Ernährungsverhalten, Lebensmittelverzehr, Nährstoffzufuhr und Nährstoffstatus der Bevölkerung sind für eine wissenschaftsbasierte Politikberatung unverzichtbar. Zum Auftakt von nemo wurden Online-Befragungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche durchgeführt (wir berichteten). Die aktuelle Studie baut nun darauf auf und soll die Ergebnisse ergänzen.

Zukünftig soll das Ernährungsmonitoring der erwachsenen Bevölkerung gemeinsam mit dem Monitoring für Kinder und Jugendliche als altersübergreifendes kontinuierliches Nationales Ernährungsmonitoring durchgeführt werden und so regelmäßig aktuelle Daten zur Ernährung für die gesamte Bevölkerung bereitstellen.

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