Nectin-4-Bestimmung beim Urothelkarzinom mittels PET/CT

Vorbereitung für die nuklearmedizinische Bildgebung. Symbolbild: ATRPhoto – stock.adobe.com

Eine Machbarkeitsstudie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden zeigt beispielhaft, dass sich die Expression des Transmembranproteins Nectin-4, das beim Urothelkarzinom stark exprimiert wird, per Bildgebung nachweisen lässt.

Dabei stießen die Forscher auf eine intraindividuell heterogene Expression des Proteins in Metastasen. Nectin-4 könnte künftig als innovativer Biomarker für die zielgerichtete Therapie bei Urothelkarzinomen dienen, vermuten sie.

Ziel der Wissenschaftler um Prof. Matthias Miederer war es, die Nectin-4-Expression in Tumorläsionen mittels des Nectin-4-bindenden Peptids Gallium-68-N188 und Positronenemissions­tomographie/Computer­tomographie (PET/CT) bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom zu quantifizieren. Stu­dienteilnehmer waren 10 Patienten, bei denen eine Therapie mit dem gegen Nectin-4 gerichteten ­Anti­körper-Wirkstoff-Konjugat Enfortumab-Vedotin in Kombination mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab geplant war. Bei diesen Patienten analysierten die NCT-Forscher die Bildgebung der Nectin-4-PET/CT anhand von Messungen des standardisierten Aufnahmewertes des Radiotracers. Zudem korrelierten sie die Ergebnisse mit den verfügbaren mikro­skopischen Befunden der Nectin-4-Immunhistochemie und dem klinischen Verlauf.

Potenzieller neuer Biomarker

Wie Miederer und Kollegen im „British Journal of Urology International“ resümieren, sprechen die Ergebnisse dafür, dass sich die Nectin-4-PET/CT zur Detektion der Nectin-4-Expression in Tumorläsionen eignet. Die Nectin-4-Expression erwies sich als sehr heterogen, beispielsweise zwischen Lymphknoten- und Organmetastasen.

„Die PET-Bildgebung der Nectin-4-Expression ist daher eine potenziell klinisch relevante Methode zur Steuerung der Anwendung von Nectin-4-­gerichteten Therapien“, schließen die Autoren. KOMPAKT-UROLOGIE-Herausgeber Prof. Michael Stöckle kommentiert: „Die Arbeit zeigt, dass molekulare Bildgebung in der Urologie sicher nicht beim Prostatakarzinom stehenbleiben wird.“

(ms/BIERMANN)