Neovaskuläre Augenerkrankungen: Krebsmedikament eröffnet neue Behandlungsmöglichkeit23. Juli 2025 Patienten mit neovaskulären Augenerkrankungen erhalten als Standardtherapie zumeist monatlich intravitreale Injektionen. Symbolische Illustration.©AngeloSouza-stock.adobe.com Forscher aus Singapur haben entdeckt, dass ein Krebsmedikament einen neuen Behandlungsansatz bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD) und diabetischer Retinopathie eröffnen könnte. In präklinischen Studien reduzierte das ursprünglich am A*STAR Institute of Molecular and Cell Biology (A*STAR IMCB) entwickelte PRL3-zumab wirksam das Austreten von Flüssigkeit aus beschädigten Blutgefäßen. Zudem zeigte es sich als vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeit für Patienten, die schlecht auf die derzeitigen Therapien ansprachen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht. Überwindung der Grenzen aktueller Behandlungen Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des A*STAR IMCB und des lokalen Biotech-Unternehmens Intra-ImmuSG (IISG) weisen auf eine neue Option für die Behandlung der feuchten AMD und der diabetischen Retinopathie hin. Derzeit erhalten Patienten mit diesen sehkraftbedrohenden Erkrankungen zumeist monatliche Injektionen direkt ins Auge. Dieses Verfahren sei mit Risiken wie Infektionen und Linsenschäden verbunden. Darüber hinaus sprechen den Forschern zufolge bis zu 45 Prozent der Patienten nicht ausreichend auf diese Behandlungen an. Das unterstreiche eine Notwendigkeit alternativer Methoden. PRL3-zumab biete einen anderen Ansatz. Im Gegensatz zu aktuellen Therapien kann es intravenös verabreicht werden. In präklinischen Studien zeigte die intravenöse Verabreichung eine um 86 Prozent stärkere Verringerung abnormaler Blutgefäßleckagen im Vergleich zu intravitrealen Injektionen. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die intravenöse Verabreichung im Vergleich zu den herkömmlichen Augeninjektionen nachhaltigere therapeutische Werte im Auge erzielen, so die Wissenschaftler. Gleichzeitig würden injektionsbedingte Komplikationen vermieden werden können. Zudem habe PRL3-Zumab bereits in Phase-II-Studien bei Krebspatienten mit einem günstigen Sicherheitsprofil abgeschlossen. Das Forschungsteam bereitet sich im nächsten Schritt auf klinische Studien am Menschen vor. Dafür wurde auch schon die Genehmigung von der singapurischen Gesundheitsbehörde (HSA) erteilt. Von der Krebsforschung zur Anwendung in der Augenheilkunde Prof. Qi Zeng, leitender Wissenschaftler am A*STAR IMCB und Gründer des IISG, identifizierte das PRL3-Protein erstmals 1998 als einen Schlüsselfaktor für die Metastasierung von Krebs. Nachfolgende Studien enthüllten die überraschende Rolle von PRL3 bei Augenerkrankungen und eröffneten damit neue Perspektiven für deren Behandlung. „Als ich PRL3 vor über zwei Jahrzehnten erstmals identifizierte, hätte ich nie gedacht, dass unsere Krebsforschung auch Patienten Hoffnung geben könnte, die von Erblindung bedroht sind“, erklärte Zeng, leitender Autor der Studie. „Das PRL3-zumab nun möglicherweise die Behandlung schwerwiegender Augenerkrankungen revolutionieren könnte, zeigt, wie grundlegende wissenschaftliche Entdeckungen zu lebensverändernden Ergebnissen führen können.“ „Die Umwidmung von PRL3-zumab bietet die Möglichkeit eines schnelleren, kostengünstigeren und potenziell sichereren Weges zur Entwicklung von Behandlungen für diese Augenerkrankungen“, so Associate Prof. Xinyi Su, Executive Director von A*STAR IMCB und Mitautor der Studie. „Dies wird durch die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Wissenschaftlern, Klinikern und klinischen Wissenschaftlern in Singapur ermöglicht.“ (SaS)
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