Nephrologe übernimmt DGIM-Vorsitz und setzt Fokus auf Resilienz17. April 2024 Foto: © Zerbor/stock.adobe.com Europas größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft hat einen neuen Vorsitzenden: Der Nephrologe Professor Jan Galle aus Lüdenscheid übernimmt das Amt zum Ende des 130. Internisten-Kongresses, der in Wiesbaden stattgefunden hat. Ärzte sind derzeit in besonderem Maße Stressoren ausgeliefert. Neben der angespannten Weltlage mit Kriegen und Krisen wie dem Klimawandel, die für die Gesamtbevölkerung mit Ängsten einhergehen können, werden sie auch im beruflichen Umfeld mit zahlreichen Unwägbarkeiten konfrontiert: Die Krankenhausreform, die Ambulantisierung, Finanzierungsengpässe oder auch der Fachkräftemangel bringen besondere Belastungen mit sich. „Trotz all dieser äußeren Einflussfaktoren müssen wir weiterhin die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten medizinisch mit hoher Qualität, aber auch menschlich und mit viel Empathie behandeln“, erklärt Galle das von ihm gewählte Leitthema „Resilienz“ des 131. Internisten-Kongresses. Es gehe darum, Widerstandskräfte und Anpassungsstrategien zu entwickeln und einzusetzen, um den negativen Meldungen zum Trotz gesund und leistungsfähig zu bleiben. Dabei stehen auch beim Thema Resilienz fachspezifische Fragestellungen im Vordergrund, wie Galle am Beispiel des Klimawandels erklärt: „Höhere Umgebungstemperaturen führen zu mehr Nierenversagen durch Flüssigkeitsmangel – insbesondere bei älteren Menschen. Auch Herzkreislaufversagen und Blutdruckabfälle werden während Hitzeperioden vermehrt beobachtet.“ Da Hitzeperioden in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden sind, sei es die Verantwortung von Internisten, ihre Patienten über diese Tatsachen zu informieren und so rechtzeitig vorzubereiten. Zur Person Galle hat sein Medizinstudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und am St. Thomas`s Hospital Medical School in London absolviert. Er promovierte 1987 am Institut für Angewandte Physiologie der Universität Freiburg, 1997 folgte die Habilitation an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. An der dortigen Universitätsklinik war er von 1996 bis 2006 im Schwerpunkt Nephrologie als Oberarzt tätig. Seit 2006 leitet er die Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am Klinikum Lüdenscheid als Direktor und ist seit 2016 zudem geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Zentrums für Innere Medizin. Parallel zu seiner wissenschaftlichen und ärztlichen Laufbahn engagiert sich Galle seit vielen Jahren in zahlreichen Verbänden und Organisationen. So war er unter anderem Pressesprecher sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und gehörte mehrere Jahre dem Verband der Leitenden Krankenhausärze in der Nephrologie an. Geriaterin Müller-Werdan neu im Vorstand Mit Abschluss des 130. Internisten-Kongresses gab es einige personelle Wechsel im DGIM-Vorstand. Die Mitgliederversammlung der DGIM wählte am Montag, den 15. April 2024, die Berliner Internistin und Geriaterin Professorin Ursula Müller-Werdan, Klinikdirektorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin und Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité Berlin neu in den DGIM-Vorstand. Der Vorstand der DGIM 2024/2025: Prof. Jan C. Galle, Lüdenscheid, Vorsitzender Prof. Andreas Neubauer, Marburg, 1. Stellvertretender Vorsitzender Prof. Dagmar Führer-Sakel, Essen, 2. Stellvertretende Vorsitzende Prof. Ursula Müller-Werdan, Berlin, 3. Stellvertretende Vorsitzende Prof. Georg Ertl, Würzburg, Generalsekretär Prof. Christoph Sarrazin, Wiesbaden, Kassenführer Kooptierte Vorstandsmitglieder: Prof. Claus Vogelmeier, Marburg, Sonderbeauftragter für das Thema „Digitale Medizin“ Prof. Sebastian Schellong, Dresden, Sonderbeauftragter für das Thema “Klug entscheiden“
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