Netzhauterkrankungen: Neue Behandlung zur Verlangsamung des Fortschreitens von Netzhautschädigungen26. Februar 2024 Injektion eines auf Entzündungen reagierenden Hydrogels zur Unterdrückung entzündlicher Mikroglia, um das Absterben von Photorezeptoren bei Retinitis pigmentosa zu verhindern. Schematische Darstellung.© KIST Koreanischen Wissenschaftlern ist eine interaktive Freisetzung von entzündungshemmenden Medikamenten in Abhängigkeit vom Grad der Netzhautdegeneration gelungen. Dies könnte zur Entwicklung eines maßgeschneiderten Behandlungsansatzes führen, der Patienten die Unannehmlichkeiten oft wiederholter Injektionen erspart. Das Korea Institute of Science and Technology (KIST) hat bekannt gegeben, dass Dr. Maesoon Im vom Korea Institute of Science and Technology (KIST), Korea, zusammen mit Prof. Seung Ja Oh von der Kyung Hee University, Seoul, Korea und Prof. Kangwon Lee von der Seoul National University, Korea, erfolgreich entzündungshemmende Medikamente in ein Hydrogel und dieses in das entzündete Areal der Netzhaut einbringen konnten, um eine Inflammation in der Retina zu unterdrücken. Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und Retinitis pigmentosa führen zur Erblindung, weil die Photorezeptorzellen in der Netzhaut allmählich geschädigt werden. Derzeit gibt es für beide Krankheiten keine Heilung. Eine Behandlungsmöglichkeit besteht darin, entzündungshemmende Medikamente ins Auge zu spritzen, um das Ausmaß der Netzhautschädigung zu verlangsamen. Diese Injektionen wirken jedoch nur so lange, wie das Medikament im Auge verbleibt. Die Patienten müssen deshalb alle vier bis zwölf Wochen – je nachdem, wie lange die Wirkung des Medikaments anhält – eine Klinik für intraokulare Injektionen aufsuchen. Verlangsamung des Fortschreitens der Netzhautschädigung Das koreanische Forscherteam verwendete erstmalig eine Substanz zusammen mit einem entzündungshemmenden Mittel, welche den Entzündungsfaktor EZH2 hemmt, der zur Netzhautdegeneration beiträgt. Eine Injektion des entzündungshemmenden Mittels in Mäuseaugen mit Netzhautdegeneration verlangsamte das Fortschreiten der Netzhautschädigung. Zudem konnten die Wissenschaftler ein Hydrogel entwickeln, um die entzündungshemmenden Medikamente zu verabreichen. Dieses Gel zersetzt sich langsam, wenn es auf das Enzym Cathepsin trifft, welches normalerweise in entzündlichen Umgebungen gehäuft vorkommt. Verzögerter Sehkraftverlust Die Forscher konnten zeigen, dass eine Injektion des mit Medikamenten beladenen Hydrogels in Augen von Mäusen mit Netzhautdegeneration die Entzündungsfaktoren in der Retina auf etwa 6,1 Prozent reduzierte. Des Weiteren konnte das Team eine etwa viermal höhere schützende Wirkung auf die Photorezeptorzellen im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachten. Durch den erhöhten Schutz der Rezeptorzellen konnte der Sehkraftverlust wirksam verzögert werden. Das eingesetzte Hydrogel basiert auf Hyaluronsäure und hat ähnliche mechanische und optische Eigenschaften wie der Glaskörper des Auges. Diese Zusammensetzung ermöglicht es, dass sich das Hydrogel bei jedem Patienten unterschiedlich schnell abbaut, wodurch die Notwendigkeit wiederholter Injektionen minimiert wird. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese neu entwickelte Technologie die wirtschaftliche Belastung und das Risiko von Unfällen bei ambulanten Besuchen für Patienten mit Mobilitätsproblemen aufgrund von Sehbehinderungen verringern wird. Darüber hinaus kann die Verringerung der Häufigkeit von Krankenhausbesuchen für Patienten im Frühstadium der Symptome die Unannehmlichkeiten im täglichen Leben verringern. Untersuchung der Wirksamkeit bei weiteren Netzhauterkrankungen „Für die künftige Vermarktung planen wir, die Menge des verwendeten Medikaments und Hydrogels sowie die Behandlungsdauer entsprechend dem Fortschreiten der Krankheit zu digitalisieren. Außerdem wollen wir die Langzeitstabilität des Medikamentenverabreichungssystems bewerten“, so Im vom KIST. „Zusätzlich zu den degenerativen Netzhauterkrankungen werden wir die Entzündungswerte bei anderen Netzhauterkrankungen untersuchen, um festzustellen, ob unser auf Entzündungen reagierendes Medikamentenverabreichungssystem auch bei diesen Erkrankungen funktioniert“, fügt Ja Oh von der Kyung Hee University hinzu.
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