Netzwerk soll Versorgung von Parkinson-Patienten in Ostsachsen verbessern5. Oktober 2018 Logo des “Parkinsonnetzwerks Ostsachsen“ – kurz PANOS. (Quelle: Uniklinkum Dresden) Experten des Elblandklinikums Meißen, der Klinik am Tharandter Wald und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden haben eine sektorenübergreifendende Versorgungsstruktur für die Parkinson-Patienten der Region entwickelt. Mehr als die Hälfte der 2016 ins Dresdner Uniklinikum stationär eingewiesenen Parkinson-Patienten kamen aufgrund eines Notfalls, der häufig durch eine bessere Versorgung vermeidbar gewesen wäre. Durch diese nicht planbaren stationären Aufenthalte fehlen der Klinik für Neurologie Kapazitäten, um möglichst viele Betroffene rechtzeitig so zu betreuen, dass die Symptome bestmöglich gelindert und die Lebensqualität bewahrt werden kann. Doch deutlich schwerwiegender wirkt sich der Ärztemangel außerhalb der Ballungsgebiete auf die Situation der Parkinson-Patienten aus: Ein Blick in die Statistik zeigt, dass besonders die dort lebenden Betroffenen benachteiligt sind. Während in Dresden nur 16 Prozent der Patienten ausschließlich von Hausärzten versorgt werden, sind es im ländlichen Raum bis zu 40 Prozent. „Studien haben gezeigt, dass Parkinson-Patienten von einem gesicherten Zugang zu Neurologen erheblich profitieren – sogar die Sterblichkeit sinkt bei der Versorgung durch einen solchen Facharzt. Wenn dies aufgrund fehlender niedergelassener Fachärzte nicht möglich ist, müssen wir handeln, um die Versorgungsgerechtigkeit wiederherzustellen“, sagte Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie am Dresdner Uniklinikum. Mit dem Ziel, die Versorgungsgerechtigkeit und -qualität perspektivisch zu verbessern, haben Reichmann und sein Klinikteam gemeinsam mit Spezialisten des Elblandklinikums Meißen und der Klink am Tharandter Wald das „Parkinsonnetzwerk Ostsachsen“ (PANOS) ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk möchte vor allem eines: Möglichst viele Partner gewinnen, um gemeinsam mit weiteren Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Patientenorganisationen, Krankenkassen sowie berufsständischen Organisationen wie der Landesärztekammer den Zugang von Patienten mit fortgeschrittenem Parkinsonsyndrom zu einer komplexen, lebensqualitätsverbessernden Parkinsontherapie verbessern. Zurzeit ist dies oft aus strukturellen oder organisatorischen Gründen eingeschränkt. Ursachen für dieses Defizit ist der zunehmende Ärztemangel in der Fläche – sowohl auf dem Gebiet in der Allgemeinmedizin als auch in der Neurologie. Dadurch sinken die Chancen vieler Betroffener, eine umfassende, dem aktuellen Stand der Medizin gemäße Behandlung zu erhalten. Hinzu kommen die Budgetierung im ärztlichen Leistungs- und Verordnungsbereich durch die Krankenkassen und nicht zuletzt die Strukturbrüche im Versorgungsprozess. „Ziel von PANOS ist es aber nicht nur, die aktuelle Versorgungssituation von Parkinson-Patienten zu verbessern. Es ist eine dringend notwendige Investition in die Zukunft: Mit dem Netzwerk wollen wir sicherstellen, dass die guten, aber komplexen und aufwändigen Therapiemöglichkeiten auch dann Betroffenen noch offenstehen, wenn deren Zahl demographiebedingt weiter ansteigt“, sagte Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Hochrechnungen gehen davon aus, dass allein in Ostsachsen im Jahr 2030 rund 35.000 Menschen mit einer Parkinson-Diagnose leben werden. Auch ein Zuwachs an niedergelassenen Ärzten könnte in dieser Situation das Problem nicht lösen. Ein erfolgversprechender Ansatz sind dagegen technische Innovationen insbesondere in der Früherkennung sowie im telemedizinischen Austausch. Durch ein Netzwerk, in dem die ambulant tätigen Fachärzte intensiv mit ihren Kollegen in spezialisierten Akutkrankenhäusern und Reha-Kliniken zusammenarbeiten, lassen sich Parkinsonpatienten effizienter und dennoch besser versorgen.
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