Neuartiges Medikament für Krebsimmuntherapie in klinischer Studie27. April 2021 Bild: ©DOC RABE Media – stock.adobe.com Eine klinische Studie prüft einen neuartigen Wirkstoff für die Krebsimmuntherapie. Dabei hemmt ein kleines Molekül ein Enzym namens MALT1, das eine entscheidende Rolle bei der Unterdrückung von Immunreaktionen spielt. Präklinische Studien zeigten, dass das Hemmen von MALT1 zu einer Reaktivierung und Verstärkung der Immunantwort gegen Tumorzellen führt. Für die Wirksamkeit immunonkologischer Ansätze ist die direkte Umgebung, in der sich der Tumor befindet, sowie die darin befindlichen Immunzellen von hoher Relevanz. Insbesondere regulatorische T-Zellen (Tregs) sind häufig für die Unterdrückung des Immunsystems verantwortlich. Ihre Anwesenheit verhindert die Zerstörung von Tumorzellen. Die immunsuppressive Funktion der Tregs ist wiederum abhängig von Aktivitäten des Enzyms MALT1. Ohne MALT1-Aktivität sind Tregs nicht in der Lage, die Immunantwort zu blockieren. Dies macht das Enzym zu einem vielversprechenden Angriffspunkt in der Krebsimmuntherapie.Neuartiger MALT1-Inhibitor Prof. Daniel Krappmann, Molekularimmunologe am Helmholtz Zentrum München, entdeckte und entwickelte gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe die ersten niedermolekulare Verbindungen (engl. small molecules), die MALT1 hemmen können. Studien in München und Boston zeigten im Hautkrebsmodell an Mäusen, dass durch das Abschalten von MALT1 mit diesen Molekülen regulatorische T-Zellen umprogrammiert werden und dadurch die Immunantwort wieder aufflammt. Um die Weiterentwicklung in präklinischen und klinischen zu beschleunigen, lizensierte das Helmholtz Zentrum München den MALT1-Hemmstoff an Monopteros Therapeutics. „Es ist toll zu sehen, dass Monopteros nun eine klinische Studie mit dem MALT1-Inhibitor gestartet hat. Dieser Wirkstoff birgt großes Potenzial für die Verbesserung der Anti-Tumor-Immunität. Sollten die klinischen Studien erfolgreich sein, können hoffentlich mehr Betroffene von einer Krebsimmuntherapie profitieren“, sagt Krappmann.Prof. Matthias Tschöp, wissenschaftlicher Geschäftsführer am Helmholtz Zentrum München: „Der Transfer neuer Forschungserkenntnisse in die medizinische Anwendung gehört zu unseren wichtigsten Zielen. Dass dieses kleine, am Helmholtz Zentrum München entwickelte, Molekül nun in klinischen Studien geprüft wird, unterstreicht den Erfolg unserer Translationsarbeit.“Klinische Studie Monopteros führt die klinische Studie mit dem Inhibitor MPT-0118 an Studienzentren in den USA durch. Ziel der Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von MPT-0118 zu prüfen. Die Patientinnen und Patienten bekommen den Wirkstoff oral in Form einer Tablette verabreicht. Weitere Informationen zur klinischen Studie finden Sie unter https://monopterostx.com/. Publikationen: Nagel et al., 2012: Pharmacologic inhibition of MALT1 protease by phenothiazines as a therapeutic approach for the treatment of aggressive ABC-DLBCL. Cancer Cell, doi.org/10.1016/j.ccr.2012.11.002Rosenbaum et al., 2019: Bcl10-controlled Malt1 paracaspase activity is key for the immune suppressive function of regulatory T cells. Nature communications, doi.org/10.1038/s41467-019-10203-2Di Pilato et al., 2019: Targeting the CBM complex causes T reg cells to prime tumours for immune checkpoint therapy. Nature, doi.org/10.1038/s41586-019-1215-2
Mehr erfahren zu: "Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko Das intravesikale Wirkstoff-Freisetzungssystem TAR-200 hat in einer Phase-IIb-Studie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten gezeigt, die unter einem nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom (NMIBC) mit hohem Risiko leiden und resistent gegen […]
Mehr erfahren zu: "Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen" Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen Endometriumpolypen sind meist harmlos, doch bei älteren Frauen steigt das Risiko für Krebs. Entscheidend für die Beurteilung ist das Alter und der Zustand des umliegenden Endometriums – Größe und Wiederauftreten […]
Mehr erfahren zu: "Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone" Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Finanziell war das eine bittere Pille: Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern.