Neue Akteure des Immunsystems entdeckt30. Juni 2025 Professor Dölken im Institut für Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Auf dem Bildschirm ist die Abbildung eines Chromosoms zu sehen mit dem Zentromer in der Mitte. (Copyright für das Foto: Karin Kaiser/MHH. Copyright für die Abbildung auf dem Bildschirm: iStock/peterschreiber.media) Auf dem Weg zu besseren Therapien: Forschende haben erstmals eine direkte Verbindung zwischen Zentromeren und Immunität hergestellt. Manche Krebs- und chronisch-entzündliche Erkrankungen werden mit Immuntherapien behandelt. Dabei wird das Immunsystem des Betroffenen stimuliert, damit es Tumorzellen erkennt und zerstört. Um solche Therapien zu verbessern, suchen Forschende nach Mechanismen, die an der Auslösung einer Immunantwort beteiligt sind. Darauf aufbauend können weitere hilfreiche Moleküle entwickelt werden. Nun haben Forschende einen solchen Mechanismen an einem unerwarteten Ort entdeckt: Sie haben herausgefunden, dass die Zentromere und das Immunsystem direkt verbunden sind. Die Forschungsergebnisse veröffentlichte die renommierte Fachzeitschrift „Cell“. Die Arbeit ist durch den Einsatz von Virusmutanten möglich geworden, die das Team von Prof. Lars Dölken, Direktor des Instituts für Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), für ihren Einsatz in der Forschung hergestellt hatte. Bei den Viren handelt es sich um Herpes-Simplex-Viren Typ 1 (HSV-1), die Lippenbläschen verursachen. Die Studie wurde am Institut Curie, Paris, Frankreich, von Prof. Nicolas Manel (INSERM) und Dr. Xavier Lahaye (CNRS) in Zusammenarbeit mit dem Team von Professor Daniele Fachinetti (CNRS) durchgeführt. Viren sind wertvolle Werkzeuge für die Forschung. Sie können Zellen infizieren, deren Funktionen kapern und starke Immunreaktionen auszulösen. Herpesviren sind besonders interessant, weil sie sogar in den Kern der Zelle eindringen können. „Das Forschungsteam um Manel hat herausgefunden, dass die in den Zellkern eingedrungenen Viren die Stabilität der Zentromere stören, was zu einer selektiven DNA-Replikation dieser Chromosomen-Regionen führt. Diese ungewöhnliche DNA-Vermehrung wird von der Zelle erkannt und triggert eine Aktivierung des zelleigenen Immunsystems und somit eine systemische antivirale Reaktion“, beschreibt Dölken, der auch Forscher im Exzellenzcluster RESIST ist. „Die Hoffnung ist nun, dass die Identifizierung und Entschlüsselung der zugrunde liegenden Mechanismen zur Entwicklung neuer Immuntherapien gegen Viren oder Krebs führt.“
Mehr erfahren zu: "Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor" Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor Anhaltende körperliche Beschwerden wie Erschöpfung, Magen-Darm-Probleme oder Juckreiz begleiten viele Betroffene über Monate oder Jahre und schränken ihr Leben ein. Doch wie kommt es zu einer solchen Chronifizierung von Beschwerden […]
Mehr erfahren zu: "Gegen Tierversuche: „Miss Germany“-Kandidatin züchtet Haut im Labor" Gegen Tierversuche: „Miss Germany“-Kandidatin züchtet Haut im Labor Was motiviert eine Forscherin, sich bei „Miss Germany“ zu bewerben? Amelie Reigl setzt auf Aufklärung und möchte Forschung für alle verständlich machen – auch abseits des Labors.
Mehr erfahren zu: "ALM und DGKL kritisieren aktuellen Entwurf zum ApoVWG" ALM und DGKL kritisieren aktuellen Entwurf zum ApoVWG Der Gesetzentwurf zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sorgt weiterhin für Kritik. Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) und die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) sehen vor […]